Nyelvtudományi Közlemények 84. kötet (1982)
Tanulmányok - Veenker, Wolfgang: Konfrontierende Darstellung zur phonologischen Statistik der ungarischen und finnischen Schriftsprache 305
306 WOLFGANG VEENKER 2. Vergleichbar sind die ermittelten Werte aus verschiedenen Sprachen, soweit sie vorliegen, zumeist auch deswegen nicht, weil die Methoden, wofern sie überhaupt erklärt werden, unterschiedlich sind, so daß wegen ihrer Uneinheitlichkeit auch kein einheitliches Vergleichsergebnis zwischen zwei oder mehr Sprachen erzielt werden kann. 3. Da ich davon überzeugt bin, daß die Häufigkeit der Phoneme und vor allem auch der Grad der Belastung der phonologischen Korrelationen, denen sie involviert sind, in den heutigen Sprachen (wobei ich mich zunächst auf die Schriftsprachen beschränke) in Verbindung mit der Distribution und Kombinatorik aussagekräftig für die Lautstruktur ist und bei sorgfältiger Interpretation wohl auch Rückschlüsse in diachroner Richtung zuläßt,6 habe ich mir die Aufgabe gestellt, nach einheitlicher Methode das entsprechende Zahlenmaterial zusammenzutragen und zu berechnen und damit den ersten Schritt für eine sich danach in Konsequenz ergebende vergleichende Interpretation der phonologischen Systeme zu vollziehen. 4. Da für die unterschiedliche Darstellung des phonologischen Inventars der Einzelsprachen7 wohl hauptsächlich subjektive Gründe vermutet werden können, teilweise allerdings wohl auch bedingt durch Verwendung unterschiedlicher phonetischer/phonologischer Terminologien, habe ich für die Darstellung in meinen Lehrveranstaltungen zunächst ein praktikables, für die Darstellung aller uralischen Sprachen gleichermaßen geeignetes Schema in Anlehnung an eine Vorlage von SOVIJÄRVI und PELTOLA8 ausgearbeitet, das auch die Vorteile einer leichteren und besseren Verständigung in sich birgt und sich nach meinen bisherigen Erfahrungen bewährt hat; es soll hier9 ganz 43: 4—5). — Diese Angaben werden z. B. von K. E. MAJTINSKAJA in JfebiKH HapoflOB CCCP. III, 17 und anderen genau übernommen: vgl. Ü. GROENKE, Grundzüge der Struktur des Finnischen. Hamburg 1972. 23: »Nach einer oft zitierten Lautstatistik ist das Verhältnis zwischen Vokal- und Konsonantfrequenz in einem finnischen Text etwa 1:1. (In dieser Zählung gelten Diphthonge, aber auch lange Vokale je als zwei Phone.) . . .« — »Zum anderen wird der Eindruck des Vokalreichtums dokumentiert, wenn man die Ergebnisse der Lautstatistik heranzieht, die aus dem Verhältnis von Vokalen und Konsonanten in einem Text abzulesen sind. Finnisch steht hier in einer Liste von zehn europäischen Sprachen an erster Stelle, denn es entfallen auf jeweils 100 Vokale im Finnischen 96 ... , im Ungarischen 141 Konsonanten . . .« L. SCHIEFER, Phonotaktische Restriktionen im Konsonantismus des Finnischen. In: Explanationes et tractationes Fennougricae in honorem Hans Fromm. München 1979. 315. — Inzwischen sind allerdings auch finnischerseits neue Zahlen vorgelegt worden, vgl. V. SETÄXÄ, Suomen kielen dynamiikkaa. Suomi 116 : 3. Helsinki 1972; K. HÄKKINEN, Tilastotietoja suomen kielen äännerakenteesta. Sananjalka 19 (1977): 57—68. 5 W. VEENKER: SFU 16 (1980): 132, Anm. 3; UAJb. NF 1 (1981): 33, Anm. 3. 6 W. VEENKER, Phonologisch-statistische Untersuchungen an ungarischen poetischen Texten verschiedener Epochen (Vortrag auf dem I. Nemzetközi Hungarológiai Kongresszus, Budapest 1981, 10. — 14. August —• im Druck). 7 Vgl. etwa die verschiedenartigen Darstellungen für die fiugr. Sprachen in den Sammelwerken 5febiKH HapoflOB CCCP, T. 3:OHHHO-yropCKHe H caiwoAHHCKHe ißbiKH. MocKBa, 1966; OcHOBbi <J)HHHo-y3opcKo6o H3biK03HaHHH, 1—3. MocKBa, 1974—1976 usw. 8 Suomalais-ugrilainen tarkekirjoitus. Toimittaneet ANTTI SOVIJÄRVI ja BEINO PELTOLA. Helsinki H965. 12—13. 9 Allerdings bin ich inzwischen zu einer präzisierten Darstellungsweise, die in stärkerem Maße den phonologischen Aspekten Rechnung trägt, gelangt. Hierüber werde ich an anderer Stelle berichten. In diesem Aufsatz behalte ich meine ältere Darstellungsweise wegen der angestrebten Vergleichbarkeit mit den anderen uralischen Sprachen, aus denen ich die Daten in gleicher Weise veröffentlicht habe, bei.