Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 52. (2007)

SCHARR, Kurt: Österreichische Archivalien in der Ukraine (Galizien und der Bukowina)

Rezensionen Der Statthalter. Bethlenfalvi Thurzö Elek levelezése. Forrâsok a Habsburg-magyar kapcsolatok tôrténetéhez [Der Briefwechsel des Alexius Thurzö von Bethlenfalva. Quellen zur Geschichte der habsburgisch-ungarischen Beziehungen], I. 1526-1532. Hrsg, und eingel. von Gabriella Erdélyi. Magyar Orszâgos Levéltâr: Budapest 2005. (Lymbus kötetek 1) 455 S. [dt. Zusammenf.: S. 440-454] Alexius Thurzö von Bethlenfalva (um 1490-1543), seit 1527 Landesrichter und 1532-1542 königlicher Statthalter Ungarns, war einer der Mitgestalter der Epoche, der frühen Regierungszeit Ferdinands I., in welcher sich die neuen Möglichkeiten und Zwänge mit einer besonderen Intensität zeigten. Sein in diesem Band zusammengestellter Briefwechsel gewährt dem Leser einen Einblick auch in den Prozess des „Königmachens“, d. h. der Stabilisierung von Ferdinands Regierung in Ungarn. Der erste Band der durch das Ungarische Nationalarchiv Budapest herausgegebenen neuen Reihe „Lymbus kötetek“ enthält den Ertrag der jahrelangen Recherchen von Gabriella Erdélyi. Die Edition ist auch für die des Ungarischen nicht kundigen Interessenten nützlich, weil in ihr - versehen mit einem ungarischsprachigen Apparat - vorwiegend lateinische Quellen abgedruckt worden sind. Thurzö verfasste nämlich seine Briefe bis auf einige Ausnahmen in Latein. Aus diesen sechs Jahren sind von ihm lediglich zwei ungarisch formulierte Briefe mit sehr persönlichem Ton erhalten. Königin Maria und ihre ehemalige Hofdame, Katharina Svetkovics, schrieb er aber - in insgesamt drei Fällen - in Deutsch an. Die Herausgeberin hat die Einleitung (S. 7-77) sehr ökonomisch gestaltet: es wurde auf die Rekapitulierung ihrer schon publizierten Thurzö-Untersuchungen verzichtet, z. B. über die Regierungsdebatten zwischen Ferdinand und seinen ungarischen Räten (MÖStA 48 [2000], S. 93-126; Collegium Hungaricum-Studien 1 [2002], S. 17-48), die sonst gut in den thematischen und chronologischen Rahmen des Bandes gepasst hätten. Sie hat dem Benutzer bewusst auch eine detaillierte Thurzö-Biographie erspart (in der deutschen Zusammenfassung befindet sich dennoch ein den Leser biographisch orientierender Abschnitt: S. 447-453). Die einleitende Studie „Thurzös Weg zur Statthalterschaft“ (S. 19-77) widmet sich nur Fragen, die durch die edierten Dokumente aufgeworfen werden. Das Quellenmaterial wird durch einen allen Anforderungen entsprechenden Apparat erschlossen: genaue Fundortsangaben, ausführliche Regesten, informative Anmerkungen und als Anhang verschiedene Verzeichnisse, eine genealogische Tafel, ein annotiertes Namensregister und Thurzös tabellarischer Lebenslauf. Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 52/2007 349

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