Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 48. (2000)

AGSTNER, Rudolf: Österreichische Konsulate in der Schweiz

Rudolf Agstner Ansinnen wurde abgelehnt, da Ungarn von der Schweiz noch nicht anerkannt wor­den war. Am 31. Januar 1920 stellte das Generalkonsulat Zürich seine Tätigkeit als ge­meinsames österreichisch-ungarisches Amt ein. Am 1. April 1920 wurden „die hieramts entbehrlichen Inventarstücke“ dem königlich ungarischen Generalkonsul Geza von Gaspardy übergeben.56 Die Geschichte des k. u. k. Generalkonsulates Zürich war zu Ende. Offiziell liquidiert wurde das österreichisch-ungarische Generalkonsulat Zürich, das zuletzt nur mehr Ungarn vertreten hatte, am 31. Oktober 1920 als letztes Kon­sularamt der ehemaligen Habsburger-Monarchie. Hügel amtierte ab 3. Februar 1920 als Vizekonsul und Leiter und schließlich vom 1. Juli 1920 bis 30. Mai 1921 als Konsul. Zuständig war das Konsulat Zürich für alle Kantone ausgenommen Bem, Neuenburg, Freiburg, Waadt, Wallis und Genf, die von der Gesandtschaft Bem betreut wurden.57 Felix Strautz war von 12. Mai 1921 bis 20. Dezember 1923 Konsul in Zürich; er war auf lange Jahre der letzte Beamte dort. Das Konsulat Zürich, dessen Amtsstun­den Montag bis Samstag 9 bis 12 und 15 bis 17 Uhr waren, fiel mit Ende 1923 dem Sparpaket zum Opfer. Felix Strautz - er wohnte an der Tobelhofstraße 20 - wurde als Legationsrat 2. Klasse der Gesandtschaft Bem zugeteilt, wo er vom 7. Januar bis 31. März 1924 Dienst versah. Er war der einzige A-Beamte, welcher der Ge­sandtschaft Bern bis zum Anschluss im März 1938 zugeteilt werden sollte! Am 17. Dezember 1923 wurde der österreichische Staatsbürger Georg Khuner, von Beruf Großindustrieller, zum Honorargeneralkonsul ad personam in Zürich bestellt.58 Khuner hatte eine „Schweizer“ Vorgeschichte. 1916 wurde die „Société anonyme Italo-Suisse pour la production des huiles végétales“ mit Sitz in Zürich und Filiale und Fabrik in Horn am Bodensee, Kanton Thurgau, gegründet, später als „S.A.I.S.“ (nach dem italienischen Namen: „Societa anonima Italo-Svizzera per la produzione degli oli vegetali“) bekannt. Zweck war der „Erwerb, Gründung und Betrieb von Fabriken zur Herstellung vegetabilischer Öle und ähnlicher Produkte, Handel in solchen und Beteiligung an ähnlichen Unternehmen“. Hauptfinanziers waren Georg Khuner in Wien, die Brüder H. und G. Schicht („Schicht-Seife“) aus Aussig an der Elbe /Ústí nad Labern sowie Ing. Sismondi in Genua. Wegen des Odiums „Zentralmächte“ und der schwarzen Liste der Entente 56 ÖStA, HHStA, AR, F8,K 260, K. Zürich ZI. 1 719/A vom 25. Jänner 1922. 57 Bundesblatt S. 404, Band I, Bundesratssitzung vom 14. Februar 1920. 58 ÖStA, AdR, Präsidentschaftskanzlei ZI. 1 943 vom 6. April 1921; BKA 20 840/6/1620 vom 5. April 1921; zu Khuner siehe auch: Schweizer Bundesarchiv E 20 001 (C) 3/56, E 2 001 (B) 7/18, E 2001 (C) 1/47; Schweizerisches Regionenbuch 1917-1936; Adreß­buch der Stadt Z ü ri c h ; SHAB 1922-1936. 30

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