Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 47. (1999)

SAPPER, Christian: Kinder des Geblüts – die Bastarde Kaiser Rudolfs II.

Kinder des Geblüts - die Bastarde Kaiser Rudolfs II. bes Mannlehen im Reich oder annderen Orten, falls eines zur Disposition steht und eine Bestellung bei den neuen Kriegswerbungen.'1'' Die Finanzbehörden beraten Punkt für Punkt die Wünsche und Forderungen von Matthias und auf ihren Rat hin resolviert der Kaiser schließlich am 29. Juni 1620: 1. Die 8 000 Gulden Jahresdeputat, die ihm Erzherzog Albrecht lebenslänglich vermacht hat, soll Don Matthias bis zu Erzherzogen Alberti L. Ableiben, welches der Allmechtig noch lang gnediglich verhüetten wolle genießen. Die Bitte des Erz­herzogs, die Pension auf die Lebensdauer von Don Matthias auszudehnen, wurde also nicht erfüllt. Der Erzherzog starb am 13. Juli 1621, sodaß diese Pension nur ein einziges Mal ausbezahlt werden mußte. Don Matthias erhält das Geld von Ja­cob Brunnau (= Jacques Bruneau), dem Wiener Residenten des Erzherzogs, der es aus einer Forderung von 115 000 Gulden an das Wiener Vizedomamt flüssig ma­chen will. 2. Hinsichtlich der noch offenen 10 000 Gulden aus der erzherzoglichen Anwei­sung von 20 000 Gulden aus dem Jahre 1617 wurde ihm alberait contento geben. Er soll von den Ämtern Engelhartszell 6 000 Gulden, vom Wiener Salzamt 1 000 Gulden, vom Dreißiger von Ungarisch Altenburg ebenfalls 1 000 Gulden und von den Mauten Linz, Ybbs und Stain je 666 Gulden 40 Kreuzer erhalten. 3. Die jährlichen 6 000 Gulden Kriegsinterteniment soll er trotz Geldnot erhalten, allerdings nur so, daß er zu den jährlichen 2 000 Talern (= 2 333 Gulden 20 Kreu­zer), die ihm der verstorbene Kaiser Matthias aus geistlichen Kontribution als Pen­sion ausgesetzt hatte, 3 666 Gulden 40 Kreuzer dazubekommt; so hat er 6 000 Gulden, mit denen er auf die Ämter Engelhartszell (3000 Gulden), Wassermaut Linz (2 000 Gulden) und Vizedomamt Linz und Mauthausen mit je 500 Gulden verwiesen wird. 4. Reichslehen sind zum gegebenen Zeitpunkt nicht verfügbar.420 421 Diese Einnahmen gehen, wenn überhaupt, nur sehr langsam ein und müssen oft und oft urgiert und persönlich abgeholt werden.422 Ausgaben sind da wesentlich leichter zu tätigen: Dem Oberst Johann Emst von Scherfenberg verspricht Matthias die Zahlung von 300 böhmischen Talem (á 72 Kreuzer) und 50 Dukaten, dem Prä­sidenten der Niederösterreichischen Kammer, Freiherm Hans Balthasar v. Hoyos 2 000 Gulden42’ und dem Gregor Händel, Einnehmer von Oberösterreich, 500 Gulden. Das Geld hatte ihm dieser für seine Reise nach Wien vorgestreckt - gegen 7 % Zinsen.424 Dem Stiefvater Ranft gegenüber verpflichtet er sich, für 21 420 HKA, HF, r. Nr. 180, 1620 Jun 11, fol. 15 f. und 21. 421 HKA, HF, r. Nr. 180, 1620 Jun 11, fol. 5-8 und HF, r. Nr. 180, 1620 Jun 29. 422 HKA, HF, r. Nr. 181, 1620 Aug 20 und Okt 4. 42’ HKA, HF, r. Nr. 180, 1620 Apr 29. 424 HKA, Konv. Don Matthias, fol. 86. 71

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