Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 47. (1999)
SAPPER, Christian: Kinder des Geblüts – die Bastarde Kaiser Rudolfs II.
Christian Sapper 30 Gulden monatlich.276 Ranft scheint sich auch um die kaiserlichen Kinder zu kümmern, denn er ist es, der 1610 dem Taxator 331 Taler für die Goldenen Bullen für Don Matthias, Donna Carolina und Don Karl erlegt. 1611 streckt er für den Haushalt von Don Matthias und Don Karl 1 100 Taler277 vor. Im Jahr 1610 ersucht Ranft wieder um eine Wappenbesserung und Verleihung des Titels eines kaiserlichen Kammerdieners. Dazu führt er an: Ich hab etliche und 20 Jahr treu gedient, auch 7 Jahr lang bei Tag und nacht als Kammer-diener und obrister Guardaroba, und jetzt auch etliche Jahre als Hofdiener gedient.27* Dem Gesuch wird entsprochen und am 1. November 1610 wird Ranft, zusätzlich zu seiner Stelle als Hofdiener, auch noch Kammerdiener mit 20 Gulden monatlich. Den Gesuchen Ranfts wird wohl auch deshalb so umgehend entsprochen, weil er sich sehr gut mit Krauseneck versteht. Erhalten ist ein Brief von Krauseneck an Ranft, in dem der Hofkammerpräsident sehr freundlich schreibt, daß er Ranfts Geldangelegenheiten im Rat erledigt habe. Er schließt mit den Worten: dies dem Herrn zu erindem hab ich nit umbgehn wollen, benebens was im Lieb ist und bitt umb Nachrichtung was zu Praag Guetes Neues. P.S.: Schönfeld hat sein Bild beraits empfangen und bitt Herrn König zu grießen und daß er ihme die zusamengelegt Pargamen sambt zugehörigen Briefen wolle lassen be- vohlen sein. Auf der Rückseite vermerkt Ranft: den 14. Septembris empfangen und wider be- andwordt. Aus dem Jahr 1611 liegt eine Abrechnung über Ranfts ausständige Besoldung vor, aus der hervorgeht, daß er wirklich Provision, Hofdienerbesoldung, Kammerdienerbesoldung und die Zinsen der 2 000 Gulden Gnadengeld bezieht.279 Für seine vielen Kinder wird er das Geld wohl brauchen - 1611 wird er wieder Vater und erhält anläßlich der Taufe seines Kindes ein Geschenk von 60 Gulden.280 Neben seinen Kindern aus erster Ehe hat er noch weitere 12 Kinder zu versorgen, die ihm seine Gattin im Lauf der Jahre schenken wird. Nach dem Tod von Rudolf II. fallt er-anders als die anderen Kammerdiener- nicht in Ungnade. Damals wurden die Bibliothekare Hastal, Heyden, Fröschel, Kühbach, Drebbel und der einflußreiche Kammerheizer Markert verhaftet; der besonders mächtige Kammerdiener Kaspar Rutzky verbrachte seine Haft zunächst im Hause der Stradas, bis sie es verkauften.281 Dann macht er seinem Leben frei276 HKA, HF, r. Nr. 144, 1611 Dez 20. 277 HKA, Konv. Don Matthias, fol. 59, 74 und 76. 278 AVA, Reichsadelsakt Ranft, 10. August 1610. 279 HKA, HF, r. Nr. 144, 1611 Dez 20. 280 HKA, HZAB 62, fol. 279v. 281 HKA, HF-Prot. w. Nr. 635, fol. 376. 42