Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 46. (1998)

ZEDINGER, Renate: Die „Niederländischen Pensionen“: Archivalien zur Geschichte der belgischen Emigration von 1794

Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 46/1998 - Rezensionen Die folgenden beiden Kapitel sind dann dem Verhältnis der neuen landesfürstli- chen Mittelbehörde zu den Ständen zum einen und zum Klerus zum anderen ge­widmet. Während letzteres im großen und ganzen friktionsffei war, war dies bei ersterem keineswegs der Fall. Schließlich mußten die Stände ja eine nicht unwesent­liche Einschränkung ihres Einflusses hinnehmen. Um die wichtigsten Kommissionen - Obersteiner konstatiert für die Steiermark vier Haupttypen - sowie um deren Funktion und Tätigkeit geht es im nächsten, dem sechsten Kapitel, und das siebente Kapitel schließlich hat - ganz im Sinne eines wünschenswerten strukturellen Überblicks über die gesamte Landesverwaltung - die neue landesfürstliche Behörde auf der untersten Ebene, das Kreisamt mit dem Kreis­hauptmann an seiner Spitze, zum Thema. Im achten und letzten Kapitel der Studie werden seitens Obersteiners Kurzbiogra­phien des Personals der Mittelbehörde und der Kreisämter geboten. Der anschlie­ßende Anhang enthält Eidesformeln sowie den Personalstand der Repräsentationen und Kammern in den Erbländern im Jahre 1754. Summa summarum kann festgehalten werden, was bereits w.o. angemerkt worden ist: Die vorliegende Untersuchung besticht durch die breite Quellenbasis, auf der sie beruht, und auf deren detaillierter und kenntnisreicher Auswertung. Dies gilt sowohl für die Darstellung als auch für die Zusammenstellung der Kurzbiographien - eine wahre Sisyphusarbeit, wie all jene wissen, die dergleichen selbst einmal getan haben. Schließlich sei hier noch eine Aussage, zu der Obersteiner gelangt, festgehalten, die über den Steiermarkbezug dieser Arbeit hinausreicht. Ihm „erscheinen Maria Theresia und ihre Berater nicht mehr länger als die allwissende, lediglich vom ,grünen Tisch1 aus dekretierende Zentrale, sondern eher als Koordinations- und Begutachtungsseile der einlangenden Berichte aus den Ländern, auf deren Grundla­ge erst die Beschlüsse für die Monarchie fielen, oft aus aktuellen Anlässen heraus“ (S. 305). Herbert H. Egglmaier, Graz Gottsmann, Andreas: Der Reichstag von Kremsier und die Regierung Schwarzenberg. Die Verfassungsdiskussion des Jahres 1848 im Spannungs­feld zwischen Reaktion und nationaler Frage. Verlag für Geschichte und Po­litik: Wien 1995 (Österreich-Archiv). 144 S. Wie aus dem Untertitel ersichtlich, ist es Gottsmann in dieser Untersuchung, die auf seiner Wiener Dissertation fußt, um die Auseinandersetzungen um das eigentli­che Verfassungswerk des Kremsierer Reichstags und nicht um die Grandrechtsdis­kussion zu tun. Letztere wird seinerseits daher auch nur kurz angerissen. Betreffs ersterem, dem Verfassungswerk, ist es Gottsmann zentrales Anliegen, darauf Antwort zu finden, ob und inwieweit dieses „ein Werkzeug zur Lösung der nationalen, sozialen und politischen Probleme sein hätte können“ (S. 11) Weiters 526

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