Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 44. (1996)

STRIMITZER, Birgit: Der k. k. Staatsrat Friedrich Freiherr Binder von Krieglstein, Freund und Sekretarius des Staatskanzlers Kaunitz. Ein Beitrag zur Klientelpolitik der maria-theresianischen Epoche

Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 44/1996 - Rezensionen Charakterisierung der Wohnverhältnisse der Arbeiter (S. 225 ff.), deren Behand­lung freilich in das Konzept dieses Buches ohnehin nur schwer einzufiigen ist. Ähnlich problematisch bleiben auch Aussagen über die angebliche Offenheit der letzten Jahrzehnte der Monarchie für Begabungen, neue Ideen und neue künst­lerische Formen (S. 196). Zweifel muß man nicht zuletzt gegenüber der hier zum Ausdruck gebrachten Meinung anmelden, die Geschichte Wiens als Kunst­werk sei 1914 abrupt zu einem Ende gekommen (S. 7), wird man doch dadurch der Bedeutung der tiefen Zäsur des Endes der Habsburgermonarchie, die eben auch zu geänderten Vorstellungen und Anschauungen in künstlerischer Hinsicht führte, kaum gerecht. Kleinere Fehler sind die Bezeichnung des Palais Neu- pauer-Breuner in der Singerstraße als Palais „Brauner“ (S. 86, Abb. 27) sowie die Angaben über die Fertigstellung von Rathaus (1884, richtig 1883) und Uni­versität (1885, richtig: 1884; beides auf S. 106). Die hier angemeldete Kritik betrifft freilich Bereiche, die mit den eigentlichen Intentionen des vorliegenden Werkes nur am Rande zu tun haben. Im Hinblick auf die Präzisierung der historischen Aussagekraft des Kunstwerkes Stadt - im übrigen eine Aussagekraft, die selbstverständlich nicht nur für das 19. Jahr­hundert, sondern auch für frühere Epochen zutrifft - müssen die Absichten des Autors als in eindrucksvoller Weise gelungen bezeichnet werden. Ferdinand Opll, Wien O p 11, Ferdinand -Rudolf, Karl: Spanien und Österreich. Wien: Jugend und Volk 1991. 200 S., 74 Abb., 4 Farbtafeln. Die Beschäftigung mit der spanischen Geschichte ebenso wie mit den Bezie­hungen zwischen Mitteleuropa und der Iberischen Halbinsel erfreut sich in den letzten Jahren einer steigenden Beliebtheit in der österreichischen Historiogra­phie. Die oft nostalgisch bestimmte Rückbesinnung auf die Zeiten der Größe der Casa de Austria mag dafür ebenso ausschlaggebend sein wie die Feiern zum Jahr 1992. Das vorliegende Buch folgt somit einem Trend, will aber ein breiteres Lesepublikum ansprechen - nicht nur den engen Kreis der Fachhistoriker. Lei­der ist die Art und Weise, wie das Werk erstellt wurde, wenig zufriedenstellend. Die Probleme ergeben sich bereits bei der Einteilung und Präsentation des Stoffes. Obwohl der Titel des Buches anderes vermuten läßt, ist es völlig unein­heitlich ausgeführt. Schon ein Blick auf das Inhaltsverzeichnis offenbart diese Unausgewogenheit. Die Anfänge der Beziehungen zwischen den habsburgischen und den spanischen Ländern vom 13. bis zum 15. Jahrhundert werden auf den Seiten 12 bis 30 geschildert. Dann folgt als überproportional vertretener Schwerpunkt das 16. Jahrhundert (S. 31-114), die restlichen vier Jahrhunderte einschließlich der Zeitgeschichte werden auf den verbliebenen Seiten gestreift (S. 114-189). Was geboten wird, ist eine unausgewogene Sammlung von Wich­tigem und Unwichtigem mit einem Schwerpunkt in der Darstellung der dynasti­schen Beziehungen, an manchen Stellen verliert sich das Buch in Details, so bei 398

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