Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 44. (1996)

KOWALSKÁ, Eva: Dokumente aus dem Nachlaß von Johann Ignaz von Felbiger

Eva Kowalská poniret habe; und von Allerhöchste Milde Eüerer Majtt. die allergnädigste Gewährung dieser meiner lezten Bitte um so zu versichtlicher zu erhalten hofe, weil 7. Die Ferdinandische Sanction, und der bekante Kollonitschische Vertrag denen König. Beneficiatis nicht nur die disposition über daß, außer dem Beneficio rechtmäßig erworbene Vermö­gen, sondern auch über den 3tm Theil der Verlassenschafls zum besten der Agnaten, deren ich aber als der lezte meiner Familie keine habe, ausdrüklich gestatten, ich auch 8. Nicht über die fructus Beneficii, sondern nur über daß jenige, was ich theils aus Schlesien in die Oesterreich. Erblande, inferiret, theils in Wienn ersparet, und mit hieher ge­bracht, zum Besten derjenigen, die mir bey meinen Leben gutes gethan, und besonders bey meiner dermahligen langwierigen Krankheit besondere Treue, und Beystand geleistet haben, zu disponiren will. Geruhen mir Eüer Majestät noch die Allerhöchste Gnade zu haben, und in huldreicheste Erwä­gung zu ziehen, daß ich 9. Für meine vieljährige, dem Staat nützlich gewesene Arbeiten, die dem Oesterreich. Schulfond durch die von mir herausgegebene Normalschulbücher mehr als m./50. f. eingetragen ha­ben, niemahls auch selbst auf darum gethanes Allerunterthänigstes Ansuchen nicht die geringste Remuneration, auch keine pension, ob ich gleich durch den Abzug der Archa über 2000. f. dazu beygetragen, noch weniger sonst eine Gnad, und Abfertigung, ja nicht einmal jene 3000. f. welche Eüer Majestät nach beschechener Reduction meiner vormahligen Besoldung gr. 6./m. f. mir gnädigst auszumessen geruhet, seit meinen Aufenthalt in Preßburg mehr genossen habe, auch 10. Außer vorerwehnten 600. f. niemanden etwas beträchtliches schuldig bin, so hofe ich die Allergnädiste Begnämigung zu erhalten. a. Meinem aus Schlesien mit hieher gebrachten Schreiber zugleich Kammerdiener Johann Krause eben sub A. durch mich gemachtes Legat allergnädigst zu begnämigen, und aus meiner Verlassenschafi zu wenden zu dürfen; und dieses nicht allein wegen seiner mir 24. Jahr lang treu geleisten Diensten, sondern hauptsächlich auch, weil er alle für die Normalschule verfaßte, und zum Druck beförderte Schriften nebst den vielfältigen Berichten, Anzeigen, Tabellen, ohne jemahls dafür aus dem Schulfond die geringste Gratification zu erhalten, abgeschrieben, und mundirt hat. Beson­ders aber empfehle ich noch der allergnädigsten Landes Vätterliche Fürsorge, und Wcltbekanten Menschenliebe Eüerer Majestät b. Drey armen Mütter- und Mittellosen Waisen, die drey Gebrüder Johann, Frantz, und Nikol Kotier, welche ich nun schon seit einigen Jahren auf meine Kosten aus Mitleiden erhal­ten, und sie als gcschikte, fleißige, und hofnungs volle Jünglinge in allen nützlichen Wissenschaften habe unterrichten lassen, weil ihr abwesender Vatter ihnen einigen Unterhalt zu geben seiner Ar- muth halber nicht im Stande ist, mithin sie ohne eine solche Unterstützung den Bettelstab ergreifen, dem Publico zur Last fallen, und ihren guten Gaben zum Nachtheil des Staats würden unausgebildct haben lassen müßen. Den ältesten von ihnen nehmlich den Johann Kotier habe ich vier Jahre lang in der Kadétén Academie auf der Launen Grube zu Wienn für mein eigen Geld unterhalten, und für demselben mehr als 1000. f. bezahlt, weil er weder eine Fundation, noch ein Stipendium genossen, worauf er in Theresien Stadt unter das Sappeur Corps getretten, und jezo Feldwebel ist. Der zweite Frantz Kotier 20. Jahre alt, studieret auf der hiesigen Academie, und hat sich nicht allein auf derselben, sondern auch vorher in der Normalschule so sehr hervorgethan, daß er bey den meh- resten Brüfungen die Eminenz in der ersten Klasse erhalten. Der dritte Nikol Kotier 12. Jahre alt, besuchet die hiesige Normalschule, welchen, wenn er Fähigkeit hätte, empfehle allunterthänigst pro Stipendio; den grossen aber Frantz Koller, zu seine Fähigkeit gemessene Anstellung. Diesen zwey Gebrüdern Kotier habe ich das eben in der Anfuge sub A. verzeichnete, unter anhofender allcrgnä- digsten Begnämigung zu gedacht, in Folge deren ich auch ehrerbietigst hofe daß sub A. beschriebe­ne ausfolget werden dürfen. Geruhen Eüer Majtt. mir als meinen am Rande des Grabes stehenden treuen, dem Staate, und dem Schulwesen nicht unnützlich gewesenen Unterthanen, diese lezte Bitte nicht zu versagen, ich flehe dafür Gott inbrünstig an, daß er das wenige, was hierdurch dem König. Fisco entgehet, anderwärts reichlich vergelte, und bin auch nach meinem Tod Eüer Majestät demüthigster Fürbitter bey Gott. Preßburg den 5,en April 1788. Johann Ignatz v. Felbiger Probst zu Preßburg. m.p. 160

Next

/
Thumbnails
Contents