Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 38. (1985)

PETRITSCH, Ernst Dieter: Der habsburgisch-osmanische Friedensvertrag des Jahres 1547

76 Ernst Dieter Petritsch Mann, wieviele Leute es auch seien und wo auch immer — schleunigst ausgeforscht und wieder zurückgeschickt werden; da­für sollen keinerlei Ausreden und Aus­flüchte vorgebracht werden. Wer aber von der anderen Seite in meine wohlbehüteten Länder flieht, soll gemäß meinem edlen Befehl verhört werden und seine gebüh­renden Strafen erhalten. Es wurde festgehalten, daß der Kaiser von Frankreich und der Doge0) von Venedig, die mit meiner Schwelle der Glückselig­keit Freundschaft pflegenp), und alle, die mit ihnen befreundet sind, in mein edles Vertragswerk eingeschlossen werden. Der Gesandte, der in jener Angelegenheit ge­kommen war, wurde wieder zu ihm zu­rückgeschickt. Nun aber sandte er an meinen Hof, dessen Werkstätte die Glückseligkeit ist, und an meine Pforte, die der Zufluchtsort der Welt ist, wieder vertrauenswürdige Män­ner, Yänoä Märiyaq)47) mitsamt seinem verläßlichen Sekretär Yüäter)48)- Er hat mein kaiserliches Bündnis akzeptiert, das auf Grund der Bestimmungen5) erstellt wurde, die entsprechend meinem edlen Befehl festgesetzt und bestätigt worden sind. Er erklärte und versprach, jedes Jahr, wie schon angeführt wurde, dreißig­tausend ungarische Goldmünzen zu Be­ginn des Monats März zu bezahlen. Auch vom erwähnten König von Spanien wur­den mit seinem königlichen") Siegel verse­hene Vertragsschriften geschrieben und Briefe gesandt. Er bat um die Güte und haer zu unser landt shikhet; aber in sol­cher sach das man khain ursach funden sold noch suechen. Und dergeleich von christishen landen, ob ainer in unser landt khumen aber floichen wird, solcher mit mein May. mandato gesuecht wer und dar­nach gestrafft. Item“) der khaiser von Frainckhreich mit allen seinen landhem") und alii seini gutti vertrautten frainden, welchi") [es auch] seind, und der dux von Venedig mit allen seinen landhernen und leithen, welchi alli- zeit mit unser Khay. May. guti fraindt seindt, die dasign seind auch in disem pri­vilegio und fraintshafft peshlossen und darein gesetzdt. Von disen allen Sachen wegen sein penant potshafft ist von unser May. biderumb zue iem, die artickl anzue- zaigen, géshickht warn. Darnach hat er widerumb an unsem durchleichtign hohen hoff seini trewin diener Joannes Maria47) und Justo de Ar­gento48) sein shreiber geshickht, und all die dasign obpenenten artickhel, welchi iem pei der potshafft seind angezaigt warn, dieselbigen angenommen und zue pehalten versprochen; und auff disi penant artikhel, wie in dem privilegio und voran zue iem in geshickhten prieff geshriben ist, über') des alle jár dreissig tausent ungerish gulden in anfang des monat Martz alle mal in unser shatzkhamer zue shickhen versprochen und geshbom hat. Uber solichs auch von dem hispanishen khunig Carlo mit penan- ten seines pruders dienern und potshafften seini frid prieff und confirmationes der fraintshafft und privilegium geshickht ist ”) Randeintragung Rex Fran. von anderer Hand. ") Bis") auf Rasur geschrieben; der ursprüngliche Text ist nicht mehr zu entziffern. °) Gedruckte Ausgabe (im folgenden zit. D) fälschlich dozdi; W richtig dozl. p) W dostluk üzere derenler, in D verbessert zu dostluk üzere olanlar. q) D und W fälschlich Madiya. Vgl. Anm. 47. r) D: Püäte, W: Püste. Statt zweier wurden drei Punkte unter den Buchstaben gesetzt, sodaß aus y ein p wird. Vgl. Anm. 48. s) W: äartlar (D fälschlich sartla) muktazäsinga. ‘) Randzeichen // von anderer Hand. ") W: kendü klrälllklarl (D fälschlich klrällari) mühr-ile. 47) Johann Maria Malvezzi, der nach Veltwycks Abreise in Konstantinopel geblieben war und bis 1553 als ständiger Gesandter Ferdinands fungierte (vgl. oben Anm. 30, 41). 48) Justus de Argento, der die Ratifikationen Karls und Ferdinands überbrachte.

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