Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 38. (1985)

PETRITSCH, Ernst Dieter: Der habsburgisch-osmanische Friedensvertrag des Jahres 1547

Der habsburgisch-osmanische Friedensvertrag des Jahres 1547 77 Huld, daß von meiner glückseligen Schwelle in der erwähnten Weise mein ed­les Vertragswerk bestätigt werde. Dies wurde ausführlich meiner freuden­spendenden Macht dargelegt, und nach­dem es zu meiner edlen Kenntnis genom­men worden ist, habe ich neuerlich dieses mein kaiserliches Vertragswerk ausge­stellt und angeordnet, daß ab dem heuti­gen Tag diejenigen Burgen und Kastelle in der Provinz Ungarn, die de facto im Besitz meiner Bege und meines Heeres stehen, mitsamt den dazugehörigen Dörfern und”) Untertanen so wie bisher im Besitz meines siegreichen Heeres verbleiben sollen. Zum Unterschied davon mögen jene Burgen und Kastelle, die derzeit in der Hand und im Besitz der Christen sind, so wie früher angeordnet, in ihrem Besitz verbleiben. Als Gegenleistung für diese Provinzen sol­len, wie beschworen und akzeptiert wurde, jedes Jahr Anfang März dreißigtausend Goldstücke an mein glückseliges Tor kom­men und in meine großherrliche Schatz­kammer gelangen; alle oben ausführlich behandelten Bedingungen mögen beachtet werden. Den im Besitz meiner Bege und Truppen stehenden Gebieten und der Dorfbevölke­rung sollen von jener Seite, von ihren Bé­gén, ihren Truppen und Räuberscharen weder Schaden noch Verlust zugefügt werden, und sie sollen in ihrem Status verbleiben. Auch von unserer Seite soll nie etwas dagegen unternommen werden; von meinen") Beglerbegen und von meinen Dienern, den Sangakbegen, sowie von den übrigen Angehörigen meines siegreichen Heeres soll den Ländern und Untertanen, die sich in christlichem Besitz befinden, überhaupt nie und auf gar keine Weise irgendein Schaden und Verlust zugefügt werden dürfen. Die Räuberbanden in sämtlichen Grenzregionen mögen gezügelt warn, und dergleich von meinen genaden fraintshafft und privilegium zue dem frid pegerdt hat. Des alles mein grosmechtikhait verstan­den hat; nachdem ich auch penantem khu- nig Carlo in aller guetter fraintshafft undt mit rechter dreulicher confirmatio des frids meiner mechtikhait privilegium gib, in solcher gestald: in Ungerlandt, alles bas es ist, welches in regierung unsers kriegs- volckh aber landleith ist iez in diser zeit in henden, das sy des pehalten und pehueten und regieren also wie voran. Aber ausser­halb dem, ob shlosser, landt und dorffer, aber was es ist, welches iez in der Christen handen gefunden und geregierth ist, von deswegen wie in unserm mandato und pri­vilegio lautter und dar penent ist gebarn; von deswegen ob alle jar im anfang des monat Martz die penent 30 tausent gulden in meiner May. kamer geshickht bem, und der frid und fraintshafft an allen shaden pehalten wirdt sein, und unser privilegium auch treulich in gueten eren wirdt sten und pehaldeth sein; über all solchi artikhel versprich ich gewis und gewar mit unserm khayserthum und mit disem privilegio und prieff, der fraintshafft halben on allen zbeiffl peshlossen und von uns pehalten und angenomen sey, damit das unser May. den frid mit allen eren gebis treulich hal­ten wil, in solchem weg und gestaldt: Damit von meinen untherdanen, ob haup- leith aber ander khriegsleith, in ier land khain shad und aufrur geshehen wer, gleich dermas, das sy auch ieri land und untherdanen, furstn und hem und haup- leithen und kriegsvolckh wol regieren und auch die räubern also straffen; damit in paiden seithen guett frid und fraintshafft ste krafftig, und auch das* *) die landleith auff allen seithen ain ietlicher in guetem friden leb; damit nichst aufgang über die fraintshafft wer zuey) pefinden und über dises peshlossen mandato. Und auch von meiner May. weglerbegen und senzagwe- gen und all andern unsem haupleut und kriegsvolckh und landleithen und unser May. untherdanegen ist unser mandato v) W: ve (fehlt in D). ”) W: benim (fehlt in D). *) Verbessert aus die. y) Über der Zeile eingefügt.

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