Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 38. (1985)

PETRITSCH, Ernst Dieter: Der habsburgisch-osmanische Friedensvertrag des Jahres 1547

Der habsburgisch-osmanische Friedensvertrag des Jahres 1547 75 Von unserer Seite, von meinen Beglerbe- gen‘) und meinem siegreichen Heer sollen die anderen Gebiete ebenfalls nicht belä­stigt und angegriffen, weder Schaden noch Verlust zugefügt, kein in christlicher Hand befindliches Land und dessen Untertanen vom Lande oder vom Meere aus belästigt werden, und es soll weder Zerstörung noch Verderben angerichtet werden. Von beiden Seiten möge für Waffenruhe und Sicher­heit gesorgt werden, und wie es erforder­lich ist, soll nachdrücklich verfügt werden, daß auf dem Meer Räuberei und Piraterie untersagt werde. Und es wurde ein Verbot erlassen, demzufolge jedermann, der ent­gegen meinem kaiserlichen Befehl Scha­den anrichten sollte, nachdem sich dies in einer gründlichen Untersuchung als offen­kundig herausgestellt hat, für seine Tat die gebührenden Strafen erhalten soll. Kaufleute sollen auch - entsprechend der Waffenruhe und Sicherheit — kommen und gehen, sie mögen, wie das in unserem kai­serlichen Gesetzbuch festgelegt ist, für ih­re Güter und Waren Zölle, und was sonst rechtens ist, einheben lassen. Es soll nicht zugelassen werden, daß ihnen selbst Un­recht und Gewalttätigkeit widerfährt, und sie mögen gemäß der Waffenruhe und Si­cherheit Handel und Wandel treiben. Wer immer aus meinem wohlbehüteten Reich flieht und in deren Land kommt, soll - ob Muslim oder Ungläubiger, ob Frau oder * *) aufpebegt weren, was der feintshafft ain pedeitnuss gibt. Uber solichs mein Khay. May. miltikhlich mit warhait verspricht, und über sollichs unser privilegium verpunden und geshri- ben ist, das auff unser seithn, noch von mir noch von meiner genaden hoffleithen und haupleithen und weglerbegen, und von meinen senzagbegen und von allen meinen untherdenign, ob an den grenizen aber bo es ist, und von allen unsem kriegsvolckhen und landleithen in penanter zeit in khai- ner gestaldt und mit khainer ursach shad aber einfal pegegnet aber pegangen wer, ob auff land und wasser, wo es ist. Und1) alles, was iez inn der Christen handen und regirung ist, und in handen haben, ob stet aber slosser, land und dorffer mit allen ieren grenizen, in guetem friden frelich seind, also das niematz von unss den Chri­sten ain shad aber gebaldt aber unrechtik- hait pebeis. Nur ietlicher auff paiden sei- then, ob Turckhen aber Christen, in seiner regierung frei sei mit guetem leben. Und mein Khay. May hat auff alle Strassen und seithen kraftigi mandato geshickht, damit mer khain rauber aber cursary pefinden wer; aber wo man solchi rauber aber cur­sari erfragen und pegreiffen wirdt, so wem sy fast grausam gestraft wem, und den shaden, welchen sy gethan haben, mus wi- derumb von ien pezaldt wem. Und all die disign, welchi disen frid prieff, mandato und privilegium nit halten, sunder uber- drethen weren, solchi müssen nach ieren verdienten Sachen gestrafft weren. Item das die kauffleith auch frei auff gue- ten frid mit ieren kaufmanshazen in unser reichk) khumen und weckhziechen, und das ain ietlicher mit seiner kaufmanshaz frei seik); aber in diser gestald, das ain ietlicher von seiner kaufmanshaz nach meiner genaden register die mauth pezaln, wie unser gewonhait ist. Item1) aus meiner Khay. May. landen wer von dannen inn ewr land fleucht, es sey ain Turckh aber Christ, ain man aber weib, biefull person sein und wo sy hin seind, das man diesel- bign suchet und fundet, und widerumb *) W folgt: und von meinen Sangakbegen. 0 Randzeichen # von anderer Hand. k) Über der Zeile eingefügt. *) Randeintragung de transfugis von anderer Hand.

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