Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 36. (1983)
SCHÖDL, Günter: Zur Forschungsdiskussion über alldeutsch-deutschnationale Politik in der Habsburgermonarchie und im Deutschen Reich
442 Literaturberichte nen von mittelalterlichen lateinischen Briefsammlungen, ein literarisches Genus, das vom Kanzleibehelf (formulae, Register) über ein Werkzeug politischer Propaganda und Belehrung bis zur Unterhaltung reicht, nicht angegeben, sondern es wird lediglich auf die Einzelartikel verwiesen, — wobei man sich bei „Boncampagnus“ von der Reichhaltigkeit der Informationen überzeugen kann (408 ff). Da österreichische Spezimina nicht genannt sind und daher auch nicht auf sie verwiesen wird, auch die Literaturangaben in diesem Fall nicht weiterführen, sei einiges angeführt (in chronologischer Reihenfolge nach der Zeit der Entstehung): Die Admonter Brief Sammlung, hg. von Peter Classen und Günther Hödl (MGH Briefe der dt. Kaiserzeit 6, 1983); Leopold Auer Eine österreichische Briefsammlung aus der Zeit Friedrichs des Streitbaren in MIÖG 78 (1969); Die Laaer Brief Sammlung, hg. von Max Welt in (Veröffentlichungen des Instituts für österreichische Geschichtsforschung 21, 1975); Die Wiener Brief Sammlung, ed. Oswald Redlich (Mitteilungen aus dem Vatikanischen Archive 2, 1894); allgemein dazu Lhotsky Quellenkunde 80 ff, sowie Die Quellen der Geschichte Österreichs (Schriften des Instituts für Österreichkunde 40, 1982) 46, 81 f. Die immens wichtige Verbindung von Text und Bild stellen die zahlreichen Artikel her, die der bildlichen Überlieferung gewidmet sind, wie etwa „Bibelillustration“ (83 ff), „Biblia pauperum“ (109 f). „Bild“ (145 ff) behandelt alle weiteren Quellen und Funktionen von Bildern im weitesten Sinn, die Gliederung erfolgt bezeichnenderweise nach kirchlichen Einheiten, während „Bildnis“ (154 ff) in interdisziplinärer Zusammenarbeit landschaftlich gegliedert behandelt wird. Hervorzuheben sind ferner „Bilderverehrung“ (155 f), „Bildprogramm“ (183 ff), „Buchmalerei“ (838 ff), „Buchstabensymbolik“ (894 ff). Angesichts der zahlreichen über jede Erwartung hinaus erfüllten Wünsche ist es kleinlich, offene Wünsche anzumelden; dies geschieht in der Hoffnung, sie in den weiteren Folgen berücksichtigt zu finden: Sie betreffen Übersetzungen und das darin enthaltene Problem der Terminologie (142 wird von „baronialer Opposition“ gesprochen; dafür hat sich im Deutschen Adels- bzw. ständische Opposition eingebürgert) und den Wunsch nach Angabe deutscher Literatur oder/und deutscher Übersetzungen (z. B. „Boccaccio“ 301). Heide Dienst (Wien) Bayerische Bibliographie 1974—1976. Hg. von der Generaldirektion der Bayerischen Staatlichen Bibliotheken, bearb. in der Bayerischen Staatsbibliothek von Renate Wiese. In Kommission bei der C. H. Beck’schen Verlagsbuchhandlung, München 1981. 855 S. Nach einer langen Pause — die letzte Anzeige war in ihrem 26. Jahrgang von 1973 gebracht worden — sei in dieser Zeitschrift wieder ein Band der Bayerischen Bibliographie besprochen. Sie hat inzwischen Veränderungen in Struktur und Erscheinungsweise und dadurch auch in