Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 36. (1983)

NOFLATSCHER, Heinrich – SPRINGER, Elisabeth: Studien und Quellen zu den Beziehungen zwischen Rudolf II. und den bosnischen Christen

36 Heinrich Noflatscher — Elisabeth Springer 450 fl. erhalten sollten 25). Im Jahre 1598 werden sie nochmals erwähnt es wird ihnen zusätzlich ein Betrag von 300 fl. für aufgewendete Zehrung bewilligt26). In der Zwischenzeit machten sie eine Eingabe an den Hof­kriegsrat, um im Gebiet der kroatischen Militärgrenze angesiedelt zu wer­den, was ihnen natürlich genehmigt wurde27 28). Auch den dritten der Brüder Milosevich — Mathias — zog es an den Kaiserhof, wo er 1599 gemeinsam mit den Brüdern Lorenz und Paul Mih- nich und Veit Milichich auf tritt. Lorenz Mihnich war eine zentrale Figur bei der Eroberung Clissas gewesen: Er gehörte zur Wachmannschaft der Festung, die in der Nacht vom 6. auf dem 7. April 1596 Dienst machte; er tötete einige türkische Wächter und gab dann das verabredete Feuer­zeichen zum allgemeinen Angriff2S). Die vier Genannten erhielten im März 100 Taler für die Heimreise und später einen Zuschuß von 50 fl. Im August 1599 ergeht dann eine kaiserliche Anweisung an den Hofzahlmeister, ihnen 200 fl. auszubezahlen, damit sie ihre Schulden in Prag bezahlen und zu­rück nach Zengg reisen könnten 29). Im gleichen Jahre sind auch zwei Bosnier namens Jacob Milenowitz und Blasius Brajanowitz mit einem ähnlichen Anliegen am Prager Hof. Sie erhalten pro Person 20 fl. für die Reise zum Kriegsheer nach Ungarn, da sie ebenso wie die vorgenannten vier dorthin zum kaiserlichen Kriegs­dienst geschickt wurden 30). Im Jahre 1598 kam auch noch ein Vertreter der Witwe des Johann Alberti nach Prag, um das dem Kaiser seinerzeit überreichte Gnadengesuch in Erinnerung zu rufen. Dieser Fürsprecher, Nicolaus Meruli (auch Maruli oder Memuli), ist offenbar einer von Albertis Verwandten, der wieder darauf hinweist, daß Johann Alberti einen be­deutenden Teil seines Privatvermögens für die Vorbereitung zur Erobe­rung von Clissa verwendet habe. Zur Verstärkung des Bündnisses zwi­schen den Patriziern von Spalato und der Grafschaft Poglizza hatte Johann Alberti den Conte Paulo Pavich zum Taufpaten seiner Tochter erwählt. Diese kleine Tochter und die Witwe waren nun Albertis Alleinerben, die, wie viele andere, durch Rachemaßnahmen der Venezianer in ihrem Grund­besitz geschädigt wurden. Ob dieses Gnadengesuch vom Kaiser entspre­chend beantwortet wurde, läßt sich nicht nachweisen, doch erhielt Meruli wenigstens einen Beitrag von 100 fl. für Zehrung in Prag und Heim­reise 31). 25) HKA Gedenkbuch 158 fol. 331 r; Hoffinanz Bd. 507/508 fol. 267 r. 20) HKA Hoffinanz Bd. 514 fol. 205 r. 27) Kriegsarchiv (Wien) Innerösterr. Hofkriegsrat — Croatica 8 (1596 Juli) fol. 94 r—100 r. 28) Vgl. Springer Bertucci 99 und Prosperis Relation bei Lopásié Spomenici n. 171. 20) HKA Hoffinanz Bd. 522 fol. 97 v; Bd. 527 fol. 59 r, 114 v, 173 r; Hoffinanz Akten rote Nr. 77 (1599 März 16); rote Nr. 78 (1599 Juni 4); rote Nr. 79 (1599 August 18). so) HKA Hoffinanz Bd. 522 fol. 97 v. 3i) Lopásié Spomenici r. 167. — Gnadengesuch erwähnt in HKA Hof-

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