Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 36. (1983)
NOFLATSCHER, Heinrich – SPRINGER, Elisabeth: Studien und Quellen zu den Beziehungen zwischen Rudolf II. und den bosnischen Christen
Studien und Quellen 35 Spalato, Trau und Sebenico die einheimische Bevölkerung — zum größten Teil venezianische Untertanen — dazu bewegen wollte, die „Kaiserlichen“ vor Clissa gegen die Türken zu unterstützen, und vor allem die Lieferung von Munition und Lebensmitteln organisierte 19). Später wurde bekannt, daß Laskaris sich bis zur Übergabe der Festung in oder bei Clissa befand. Man konnte sogar das Versteck erfahren, in dem er nächtigte; es wurde von venezianischen Soldaten umstellt, doch durch den Lärm, den sie verursachten, wurde er vorzeitig gewarnt und konnte in die Berge entkommen20). Anfang August 1596 geriet Laskaris doch noch in Gefangenschaft, allerdings im spanischen Unteritalien, in Ortona südlich von Pescara. Die Leute des Vizekönigs behandelten ihn sehr ehrerbietig, so daß ihm sein Wunsch, vor den Papst nach Rom gebracht zu werden, erfüllt wurde. Der Grund für seine Gefangennahme durch die Spanier ist nicht überliefert, es wird nur berichtet, daß er in Neapel noch eine Auseinandersetzung mit einem Zorzi Bich aus Arbe (Rab) zu erledigen hatte, — ein offenbar reichlich dubioses Handelsgeschäft, wobei es um die Lieferung von Lebensmitteln für Dalmatien ging 21). Die Berufung auf den Papst als seinen eigentlichen Auftraggeber verschaffte Laskaris offenbar wieder die Freiheit. Auch er marschierte schnurstracks nach Prag, um sich für den kaiserlichen Dienst anwerben zu lassen. Er wurde dem Wiener Hofkriegsrat entsprechend empfohlen; der Hofzahlmeister erhielt vom Kaiser Befehl, ihm, weil er „einer des fürnemben geschlechtes der Lascarii“ sei, eine Verehrung von 150 fl. auszubezahlen 22 *). Aus Constantino Prosperis ausführlicher Schilderung von Eroberung und Fall der Festung Clissa2S) kennen wir den bedeutenden Anteil der vier Brüder Milosevich (auch Miloxevich, Milochevich) an diesem Unternehmen. Obwohl einer von ihnen Türke, also Muslim, geworden war, gehörten sie zu den Anführern der Uskoken, mit denen Johann Alberti sein Unternehmen geplant hatte. Sie zählten auch zu jener Gruppe, die im Jahre 1597 erneut die Eroberung Clissas mit gesamtchristlicher Unterstützung zu betreiben versuchte. Jedenfalls war Luca Milosevich mit einem Gefährten im Juni 1597 in Prag und erhielt vom Kaiser 30 Taler für eine geheime Sache (!) zugesagt24). In den folgenden beiden Jahren werden vier Clissaner als geschlossene Gruppe bei der Hofkammer geführt: nochmals Luca Milosevich und sein Bruder Vuiza, dann Vuin Milichich und Luca Selvenich, welche miteinander t9) Tomié Gradja za istoriju 88 (Befragung des Kastellans von Traü), 98 (Bericht des Benetto Moro). Vgl. auch Constantino Prosperi Relatione del’infelice auuenimento dell’impresa di Clissa (Zeitgenössische Abschrift der ÖNB CVP 5990), abgedruckt bei Lopásié Spomenici n. 171. 20) Tomié Gradja za istoriju 150 und 159 (Berichte des Benetto Moro). 21) Ebenda 198 und 202 (Berichte des Gieronimo Rannusio aus Neapel). 22) HKA Gedenkbuch 158 fol. 384 r; Hoffinanz Bd. 507/508 fol. 303 r. 23) Wie Anm. 19. 24) HKA Hoffinanz Bd. 502 fol. 461 r. 3*