Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 29. (1976)
SCHRÖCKER, Alfred: Leibniz als Herausgeber historischer Quellen
Leibniz als Herausgeber historischer Quellen 123 wenn auch nicht allein entscheidend. Der Umgang mit den schriftlichen Quellen wird deshalb zum wichtigsten Maßstab. Unter dem Aspekt der kritischen Quellensicherung soll im folgenden Versuch Leibniz als Herausgeber historischer Quellen und damit auch als Historiker betrachtet werden2). Im weiteren Rahmen der Geschichtswissenschaft des 17. Jahrhunderts sind gegenüber Davillé, der nur auf Leibniz blickt und seine 2) Bibliographische Angaben über Leibniz’ Werke bei Emile R a v i e r Bibliographie des Oeuvres de Leibniz (Paris 1937, Nachdruck Hildesheim 1966) und ergänzend Paul Schrecker Une bibliographie de Leibniz in Revue philo- sophique de la France et de l’étranger 63, 6. 126 (1938) 324—346; Leibniz-Bibliographie. Die Literatur über Leibniz, bearb. von Kurt Müller (Frankfurt/ Main 1967); laufende Fortführung in Studia Leibnitiana Iff (Wiesbaden 1969 ff). Wichtige Quellenpublikationen zum Thema: Gottfried Wilhelm Leibniz Sämtliche Schriften und Briefe Reihe 1: Allgemeiner politischer und historischer Briefwechsel, Bände 1—9 (Darmstadt und Berlin 1923—1975), Reihe 4: Politische Schriften, Bände 1—2 (Darmstadt, Berlin 1931, 1963), Reihe 6: Philosophische Schriften, Bände 1, 2 und 6 (Darmstadt, Berlin 1930, 1966, 1962); Abkürzung: LSB. Onno Klopp Die Werke von Leibniz, Bände 1—11 (Hannover 1864—84); Carl Imanuel Gerhardt Die philosophischen Schriften, Bände 1—7 (Berlin 1875—1890); Ludwig Dutens Leibnitii Opera omnia, Bände 1—6 (Genf 1768). Eine Fülle ungedruckten Materials in Hannover Niedersächsische Landesbibliothek; zum Thema vor allem die Bestände LBr und LH; dazu Emil Bodemann Der Briefwechsel des Gottfried Wilhelm Leibniz in der Königlichen öffentlichen Bibliothek zu Hannover (Hannover 1889, Nachdruck Hildesheim 1966); dsbe Die Leibniz-Handschriften der Königlichen öffentlichen Bibliothek zu Hannover (Hannover und Leipzig 1895, Nachdruck Hildesheim 1966). Die Signaturen LBr und LH sowie alle anderen Fundortangaben von Archivalien beziehen sich auf die Niedersächsische Landesbibliothek in Hannover. Die Orthographie aller zitierten deutschen Texte wurde unter Wahrung des Lautbestandes modernisiert. — Über Leibniz als Historiker als Materialsammlung grundlegend Louis Davillé Leibniz Historien. Essai sur l’activité et la méthode historique de Leibniz (Paris 1909); dsbe Le développement de la méthode historique de Leibniz 1 und 2 in Revue de Synthese Historique 23 (1911) 257—268 und 24 (1912) 1—13. Ausführlich zu Davillé: Marcel Douin Leibniz Historien in Revue de Synthese Historique 23 (1911) 148—164; Lewis W. Spitz The Significance of Leibniz for Historiography in Journal of the History of Ideas 13 (1952) 333—348; Antonio Corsano Leibniz e la storia in Giornale critico della filosofia Italiana 33 (1954) serie 3 vol. 8 356—368; Friedrich M e i n e c k e Die Entstehung des Historismus (Werke 3, München 1959) 27—45; Werner Conze Leibniz als Historiker (Berlin 1951); Günter Scheel Leibniz als Historiker des Weifenhauses in Leibniz, sein Leben, sein Wirken, seine Welt, hg. von Wilhelm Totok und Carl Haase (Hannover 1966) 227—276; Horst Eckert Gottfried Wilhelm Leibniz’ Scriptores Rerum Brunsvicensium. Entstehung und historiographische Bedeutung (Veröffentlichung des Leibniz- Archivs 3, Frankfurt/Main 1971); Armin Reese Die Rolle der Historie beim Aufstieg des Weifenhauses 1680—1714 (Quellen und Darstellungen zur Geschichte Niedersachsens 71, Hildesheim 1967). Monographien über L e i b n i z’ Codex juris gentium diplomaticus und über die Annales Imperii Occidentis Brunsvicenses sind ein Desiderat. Ein erster Versuch: Günter Scheel Leibniz’ Pläne für das „Opus historicum“ und ihre Ausführung in Studia Leibnitiana supplementa 4 (1969) 134—155. — Den Kollegen im Leibniz-Archiv Hannover schulde ich Dank für ihre freundliche Unterstützung.