Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 27. (1974)

BENNA, Anna Hedwig: Zu den Kronen Friedrichs III

40 Anna Hedwig Benna Ersatzkrone für die nicht verfügbare Eiserne Krone benützt95), die sich Friedrich anfertigen ließ 96). Leider gestatten die Quellen keine Aussage darüber, ob es sich bei der Ersatzkrone um eine persönliche Krone Fried­richs, vielleicht die aus den Vierzigerjahren stammende römische Königs­krone, oder um ein in Italien angefertigtes Stück handelte. Zu seiner dritten Krönung mit den in den Quellen in Anlehnung an den Ordo für die Kaiserkrönung als „diadema imperiale“ 97), „infula imperia­lis“ bzw. „infulae imperiales“ 98 * *) bezeichneten Insignien ließ Friedrich III. nicht nur die als Reliquien Karls d. Gr. verehrten Herrschaftszeichen aus Nürnberg nach Rom bringen"), sondern schaffte auch eigene kostbare Insignien und einen kostbaren Kaiserornat an 10°), die seine durch Wahl, Salbung und Krönung durch den Papst erlangte volle kaiserliche Würde dokumentierten. Nach dem bei Friedrichs Krönung zur Anwendung ge­langenden Krönungsordo erhielt der Kaiser zuerst eine bischöfliche Mitra aufgesetzt und darüber das „imperiale diadema“, begleitet von den Wor­ten: „Accipe signum gloriae, diadema regni, coronam imperii“ 101). Diesen liturgischen Anweisungen folgte man auch bei der Krönung Sigmunds 1433, wie der Bericht des Poggio Bracciolini102) zeigt, der die Aufsetzung 95) HHStA Hs. Bl. 55 fol. 73 v: „...ein crone uff für die iseren oder stahe- lin cron, di er zu Maylant solt geholt haben“; JbKS 1 Reg. n. 74 (1452 März 16). ") Janssen Reichscorrespondentz 2/1 118: „...mit eyner krone, die der konig machen lassen hat“; Pastor Geschichte der Päpste 1 410. 97) 1100 Jahre österreichische und Europäische Geschichte 41 n. 27 (päpstliche Verkündigung der erfolgten Kaiserkrönung Friedrichs III. 1452 März 19, Rom): „Postmodum autem idem filius noster carissimus ad honorem sancte Romane ecclesie et sacri imperii decus victorie unctionem et imperiale diadema ab ipsa ecclesia suscepturus ... et tandem collatis sibi omnibus dignitatis huiusmodi insigniis imperialibus ipsum diademate supradicto duximus coronandum“; Pribram in MIÖG Erg. 3 144: „...ut ibidem imperiale dyadema suscepturus et ipsam in imperatricem coronari spopondit“; Ebendorfer Chronica Austriae 397: „Ipse dominus rex cum serenissima Alenordis sponsa imperiale dyadema suscepit ex manibus pape Nicolai V.“. — Zur Bedeutung von „diade­ma“ zur Zeit Friedrichs III. vgl. HHStA Hs. W 10 fol. 79r (Marginalnotiz): „... dye dyadem oder das pogl auf dem hut ze tragen.“ 98) Pribram in MIÖG Erg. 3 143: „...suscepturus suas imperiales infu­las in Dei benedictione ...“; 145: „...que et die premissa desponsationis cum prefata sua conthorali et unctione victorie infulas sacras imperiales de manu Nicolai quarti pariter sortitus est cum gloria“; HHStA Hs. Rot 140 fol. 27 v (Nicolaus Lanckmann von Valckenstain Desponsatio et coronatio Friderici III. imperatoris ac eius augustae conthoralis Leonorae): „In nomine sancte et individue trinitatis benedixit et consecravit et unxit ac infulis imperialibus coronavit“. ") Vgl. oben S. 32 f. i««) Vgl. oben S. 33, 37. 101) Eichmann Kaiserkrönung im Abendland 1 271; Hürbin in ZRG GA 13 179; H a d w i c h Rechtssymbolische Bedeutung 50. 102) Deutsche Reichstagsakten unter Kaiser Sigmund 4 (1431—1433) hg. von Hermann Herre (= Deutsche Reichstagsakten 10, Gotha 1906) 841: „Primum

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