Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 27. (1974)

BENNA, Anna Hedwig: Zu den Kronen Friedrichs III

Zu den Kronen Friedrichs III. 39 Die Metallsymbolik der Krone von Mailand spiegelte sich auch in den Be­richten über Friedrichs mailändische Krönung in Rom wider. Einige Be­richte sprachen von der Krönung mit der eisernen 88), einige von der Krö­nung mit der silbernen Krone 89). Aeneas Silvius, dem die mittelalterliche Kronensymbolik durchaus geläufig war, fand, daß alle drei Kronen aus Gold waren und daß man die Krone der Schatzkammer von Monza nur deswegen als eiserne bezeichnete, weil der Reif dieser Goldkrone an der Innenseite eine kleine eiserne Platte hatte 90). Mit dieser von Aeneas be­schriebenen Krone ist unzweifelhaft die auf uns gekommene, aus dem 9. Jahrhundert stammende, im Inventar der Schatzkammer von Monza 1353 91) nachweisbare Eiserne Krone92) identisch, mit der Karl V. und zuletzt noch Kaiser Ferdinand I. von Österreich 1838 gekrönt worden waren 93). Die Beschreibung der zu Friedrichs zweiter Krönung benützten Krone durch den österreichischen Ritter Caspar Enenckel, einen Teilneh­mer des Romzuges, sie wäre von Gold und von Silber und von Stahl ge­wesen, „die man haist die Mayländische Cron“ 94), würde beinahe vermu­ten lassen, Friedrich sei mit der Eisernen Krone von Monza gekrönt wor­den, berücksichtigte man nicht, daß auch in diesem Bericht die Metall­symbolik der eisernen und silbernen Krone mit der Wirklichkeit einer gol­denen Krone verwoben wurde. Anderen Berichten zufolge wurde eine 88) Uiblein in MIÖG 78 399: „mit der staehlein krön ...“; Pribram in MIÖG Erg. 3 145: ......et XIII eiusdem mensis ferrea corona ad regnum I taliae per eundem est coronatus“; vgl. auch unten Anm. 92. 89) Columbanus de Pontremulo De coronatione Friderici imperatoris in Michael Denis (Hg.) Codices manuscripti theologici bibliothecae Vindobonensis 1/1 (Wien 1973) 529: „...benedictioneque super eum effusa eundem corona rotunda, quam argenteam regni Lombardié dici referebant, propriis manibus decoravit“; Joh. Janssen Frankfurter Reichscorrespondentz nebst verwand­ten Aktenstücken von 1376 bis 1519 2/1 (Freiburg 1866) 119; Martens Letzte Kaiserkrönung 83 Anm. 2; Pastor Geschichte der Päpste 1 410 Anm. 2 (Bericht des Gesandten von Siena 1452 März 16, Rom): „Hora avisamo la V. S. questa mattina la maestä del imperatore piglia la corona dell’argento, la quale secondo la consuetudine soleva pigliare a Milano“; Mandoctes in Chmel Regesta Anhang 119 n. 98: „Et d. n. papa sibi eandem videlicet argenteam palam et publice in presentia omnium dedit suo capiti“. 9») Aeneae Silvii Historia in Analecta monumentorum 2 289: „Has tres coro­nas omnes aureas esse compertum habeo, quamvis per medium circulum coro­nae Mediolanensis lamina quaedam parvula ducatur, quae stultae interpreta­tioni effecit locum“; Elze in MGH Schriften 13/2 477; Bárány-Ober- schall Eiserne Krone 39. 91) Elze in MGH Schriften 13/2 452; Bárány-Oberschall Eiserne Krone 38. 82) Zur Eisernen Krone von Monza vgl. Heinz Biehn Die Kronen Europas (Wiesbaden 1957) 86 ff n. 4, Abb. 5; Elze in MGH Schriften 13/2 450—479; Bárány-Oberschall Eiserne Krone 27 i. 93) Elze in MGH Schriften 13/2 477; Bárány-Oberschall Eiserne Krone 43. 94) Enenckel in Die löblichen Herrn Herrn Stände 3 137.

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