Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 27. (1974)
AL-SAMMAN, Tarif: Untersuchungen zur osmanischen Tugra
Untersuchungen zur osmanischen Tugrä 21 Bruch der Schleife des r, finden wir den Zusatz „dä’imaín)“, dessen a sich bis zum oberen Rand des äußeren Ovals hochzieht. So wie das n von ,,(i)bn“ zum großen Oval ausschwingt, bildet der Schlußbuchstabe von „Hän“ die kleinere ovale Schlinge. Beide Schlingen ziehen zuerst nach links, führen nach ovalem Bogen wieder nach rechts zurück, wo sie wie zwei Bänder noch weiter aus- laufen. Die Figur der Sere zeigt mit einer Dreieckspitze nach oben und füllt dabei den rechten Teil der beiden Ovale aus. Da, wie wir schon bemerkten, die linke Fläche der Ovale das Wort „dä’ima(n)“ zeigt, ist der Ovalschild nicht mehr leer. Auch erscheint er nicht mehr so weit nach links gezogen und etwas höher als früher. Das Gesamtbild der Tugrä zeigt jetzt die Gestalt eines fliegenden Vogels. Rechts deuten die beiden Bänder der auslaufenden ovalen Schleife den Kopf des Vogels an, die drei Schäfte mit den drei Wasla zeigen die erhobenen Flügel, der Rumpf des Vogels setzt sich aus der Sere und dem ovalen Schild zusammen. Der auslaufende Bogen des r von „muzaffar“ bildet den Schwanz. Man darf wohl annehmen, daß diese Form des Vogels vom Künstler beabsichtigt war und nicht erst nachträglich so gedeutet wurde. Diese Tugrä Mahmüds II. diente allen künftigen Tugrä-Schreibern als Vorbild.