Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 26. (1973)
CORETH, Anna: Richard Blaas zum 60. Geburtstag
558 Literaturberichte auctoritate imperii Romani“ (1 S. 194—203) weist auf die von Engelbert von Admont bis Aeneas Sylvius nachweisbare Kontinuität der aristotelisch-scholastischen Begründung des Staates aus der Natur des Menschen hin. Ein bisher wenig beachtetes und bearbeitetes Thema, die Kommunion sub utraque specie in Wien im 16. Jahrhundert, behandelt Rudolf Till „Der Laienkelch in Wien“ (1 S. 379—395), eine Studie, die sich eingehend mit Ferdinands I. Kirchenpolitik und der Rolle des Wiener Bischofs Brus von Müglitz, Großmeisters der Kreuzherren mit dem roten Stern in Prag, befaßt. Ein weiterer Beitrag zu dem Thema Kommunionspendung (Hermann T ü c h 1 e „Die Wiener Karfreitagskommunion von 1630, zugleich ein Beitrag zum Frühepiskopalismus“ [1 S. 396—412]) behandelt einen Konflikt zwischen Khlesl und dem Nuntius über Spendung oder Nichtspendung der Kommunion am Karfreitag, der über den aktuellen Anlaß hinaus für die Beziehungen zwischen Bischof von Wien und päpstlichem Nuntius signifikant ist. Das Bestehen und die Aktivität der 1727 bei St. Ulrich in Wien zur Abwehr des einströmenden Jansenismus und Antikurialismus errichteten Bruderschaft von Weltpriestern beleuchtet Manfred Fux „Die St. Peter- und St. Paul-Bruderschaft in Wien“ (2 S. 105—117). Eine inhaltliche Auswertung der zahlreichen in Wiener Archiven und Bibliotheken und im Oberösterreichischen Landesarchiv erliegenden Flugschriften von 1848 nach ihren Aussagen über Religion, Kirche und Klerus gibt Gustav O t r u b a „Katholischer Klerus und ,Kirche“ im Spiegel der Flugschriftenliteratur des Revolutions] ahres 1848“ (2 S. 265—313). Kardinal Rauschers kirchengeschichtliche, kirchenpolitische und pastorale Bedenken gegen die Dogmatisierung der Infallibili- tät analysiert Elisabeth Kovács „Die Bedenken des Kardinals Joseph Othmar von Rauscher Fürsterzbischof von Wien 1853—1875 zur Dogmatisierung der päpstlichen Unfehlbarkeit während des Ersten Vaticanums 1869/70“ (3 S. 84—121). Der Überbringer des Exclusive des Kaisers von Österreich bei der Papstwahl von 1903, Jan Kniaz Kardinal Puzina, steht im Mittelpunkt des biographischen Artikels von Zdislaw Obertynski „Kardinal Puzina und sein Veto“ (3 S. 177—195). Mit der Vorgeschichte der Katholischen Aktion in Wien und der Rolle des Katholischen Aktionskomitees als Gegengewicht gegen die Los-von-Rom-Bewegung befaßt sich Gerhard Schultes „Das ,Katholische Aktionskomitee für Niederösterreich“ “ (1 S. 325—378). Die Wirksamkeit der katholischen Hochschülerschaft in Österreich seit den Dreißiger] ahren behandelt Wilhelm Krause „Vor vierzig Jahren“ (2 S. 162—182). Und schließlich zieht Friedrich Rennhofer „Die Erzdiözese Wien zwischen den beiden Weltkriegen“ (2 S. 314—319) Bilanz über die geistige und politische Haltung der Kirche in der Zwischenkriegszeit. Eine Würdigung der Bemühungen seines Mitbruders P. Hildebrand um die Schaffung des Officium Divinum Parvum in den Dreißiger- und Vierziger]ahren verdanken wir dem Beitrag Benno Roths „P. Hildebrand (Josef) Fleischmann OSB (1891— 1966)“ (1 S. 301—324). Eine Anzahl weiterer Beiträge beschäftigt sich mit dem Bistum Wien, den Wiener Klöstern und der Universität Wien. Die Persönlichkeit des ersten Bischofs von Wien, des 1469 zum Bischof von Brixen präkonisierten