Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 26. (1973)

CORETH, Anna: Richard Blaas zum 60. Geburtstag

Rezensionen 557 faßt (Andor Csizmadia). Zur Geschichte des alten Reichskammerge- richtes in den Anfängen erörterte Heinz Lieberich einige Beispiele aus dem baierischen Reichskreis. Stärker abseits, d. h. weniger stark vom rechtlichen als vielmehr vom historischen Gesichtspunkt durchdrungen, ist der Aufsatz von Martin Vietor über „Nationalismus und Internationalismus in der Politik der kriegsführenden Staaten im Jahre 1918“ (S. 705—730). Dieser weitgespannte Themenkreis spiegelt das Arbeitsfeld des Jubi­lars wider, dessen Werkverzeichnis die Festschrift beschließt. Franz Dirnberger (Wien) Festschrift Franz Loidl zum 65. Geburtstag. Hg. von Viktor Flieder (Band 1—2) und Elisabeth Kovács (Band 3). (Sammlung „Aus Christentum und Kultur“. Sonderband 1—3.) 3 Bände. Verlag Brüder Hollinek, Wien 1970— 1971. 412 S., 8 Abb.; 392 S., 6 Abb.; 390 S., 9 Abb. Die Lektüre dieser 63 von Mitarbeitern und Freunden des bekannten Kirchenhistorikers stammenden Beiträge führt den weit gespannten Rah­men der theologischen Fachdisziplinen und die Spezialisierung der Ge­schichtswissenschaft sinnfällig vor Augen. Begreiflicherweise kann im Rahmen dieser Zeitschrift nicht auf sämtliche Beiträge eingegangen wer­den, es soll jedoch versucht werden, die für die historische Wissenschaft erheblichen zu würdigen. Mit einem für die Kirchengeschichte Österreichs grundlegenden Werk, dem kirchenhistorischen Atlas von Österreich, dessen 1. Lieferung 1967 erschien, seiner Entstehung, Anlage und Ausführung befaßt sich Ernst Bernleithner „Der kirchenhistorische Atlas von Österreich“ (3 S. 16—42). An Beiträgen zur allgemeinen Kirchengeschichte wären zu nennen: Eine Studie Hermann W a t z 1 s „Bischof Robert von Olmütz (1202—1240) und Abt Werner von Heiligenkreuz (1206—1228). Ihre wechselseitigen Beziehungen“ (2 S. 345—353), die an die in der Stiftsbibliothek Heiligen­kreuz erliegende, von Bischof Robert, einem gebürtigen Engländer, stam­mende Summa Confessorum anknüpfen konnte. Eine Biographie des 1356 in seinem Palast in Konstanz ermordeten Bischofs Johann Windlock, einst secretarius carissimus, später Kanzler Herzog Albrechts II. von Österreich und seit 1346 auch Kaplan der Wiener Hofkapelle von St. Pancratius, bietet Josef Lenzenweger „Johann Windlock, Bi­schof von Konstanz und die vergessene Pankrazkapelle am Hof zu Wien“ (2 S. 122—159). Weitere archivalische Quellen zum Passauer Bistums­streit zur Zeit des Bischofs Leonhard Layminger erschloß Paul U i b 1 e i n „Neue Dokumente zum Passauer Bistumsstreit (1423—1428)“ (3 S. 291— 355). Die Brauchbarkeit von Zitationsmandaten als Quellen für die administrativ-territoriale Gliederung des Bistums Passau demonstriert Othmar Hageneder „Zur Ehegerichtsbarkeit des Domdekans von Passau im 15. Jahrhundert“ (3 S. 46—54). In die Problematik mittelalter­licher inkorporierter Stiftspfarren, deren Stellung zum Kloster und inner­halb des Diözesanverbandes führt Rudolf Zinnhobler „Beitrag zur Rechtsgeschichte der Stiftspfarren Mondsee und St. Wolfgang“ (3 S. 363— 380) ein. Der Beitrag von Andreas Posch „Aeneas Sylvius, De ortu et

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