Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 24. (1971)

NECK, Rudolf: Sammelreferat. Erster Weltkrieg

534 Literaturberichte als Kultgegenstand ein spätgotisches Vesperbild genannt, bei Altmünster die Allerheiligenkapelle von 1508, bei Goisern die Gründung der evan­gelischen Kirche 1782 und der Kirchenbau 1813—16, bei Baumgartenberg die Barockisierung durch C. A. Carlone, beim Dachstein die Seilbahnen, bei Eferding die Spitalskirche, bei Garsten die Losensteinerkapelle, bei Gmunden Schloß Cumberland mit den Baudaten 1882—86, bei Grein das Rathaus von 1562, bei Haslach der freistehende Glockenturm und die Be­festigung. Es sei dem Leser überlassen, ob nicht doch im Handbuch die Kunstgeschichte ein wenig zu stark gedrosselt wurde (laut Vorwort S. X auf Wunsch des Verlages). Die Historie scheint dem Rezensenten nicht nur in der mittelalterlichen Besitzgeschichte eines Adelssitzes zu liegen! Die Nennung von Begräbnisstätten erfolgt beispielsweise nur bei den Starhembergern in Eferding und Helmonsödt, bei Herberstorf in Alt­münster. Die Schifer im Spital zu Eferding, die Losensteiner in Garsten fehlen ebenso wie die Wallseer zu Klosterneuburg. Zur Reihung ist noch zu sagen, daß der Brockhaus Goisern selbstverständlich unter G, Hall -— vielleicht nicht so selbstverständlich — unter H, Ischl unter I anführt. Die Benützer des Stätten-Handbuches werden aber weder durch Verweise noch im Register auf die Abschnitte über Goisern und Ischl hingewiesen, einzig bei Hall findet sich „s. Bad Hall“. Es gibt aber, was hier ausdrücklich hervorgehoben sei, Orte, die in der Brockhaus-Enzyklopädie angeführt sind, die aber keine Berücksichtigung im Handbuch fanden: Aigen im Mühlkreis, Attnang, Grünau im Almtal. Muß man also doch bei Wande­rungen und Fahrten die Brockhaus-Enzyklopädie ins Reisegepäck auf­nehmen? Von einem Vergleich mit den Beschreibungen im Dehio (Handbuch der Kunstdenkmäler) sei hier im Hinblick auf die obzitierte Stellungnahme abgesehen. Das Fehlen von Hartkirchen, auch nicht bei Aschach als ehe­malige Pfarre genannt, ist hier jedenfalls zu beanstanden. Noch ein Hand­buch erhebt aber Anspruch auf Vergleich: der sogenannte „Wallfahrts- Dehio“ von Gustav Gugitz (Österreichs Gnadenstätten in Kult und Brauch 5: Oherösterreich und Salzburg, 1958). Das Verhältnis zu dem Stätten- Handbuch ist kraß: Von 136 bei Gugitz unter A—K in Oberösterreich beschriebenen Gnadenstätten werden nur vier (Adlwang, Christkindl, Hei­ligenleiten und Kefermarkt) behandelt, Fallsbach unter Gunskirchen er­wähnt; bei Altmünster, Aspach, Enns, Helfenberg und Kreuzen ist in den Artikeln auf die Wallfahrten nicht Bezug genommen. Hier muß das Feh­len von Frauenberg, Gaflenz, Hart bei Pischelsdorf und Kolomansberg kritisiert werden. Zur Auswahl der Orte sei abschließend darauf hingewiesen, daß Berge und Gebirgszüge mit eigenen Schlagworten aufgenommen sind, von den Seen aber nur der Attersee wegen der urgeschichtlichen Funde (neben Attergau und dem Ort Attersee), nicht der Traunsee oder der Wolfgang- see, auch nicht Flüsse wie Donau (aber: eigener Abschnitt Greiner Donau­strudel) oder Traun (Salzhandelsweg, Traunfall!). Daß die Verzeichnisse der weltlichen Herrscher durch Bischofslisten (Passau, Salzburg, Wien, Wr. Neustadt, St. Pölten, Linz, Raab, Steinam­anger und Eisenstadt) ergänzt werden, ist sicher ein wesentlicher Schritt

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