Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 24. (1971)

NECK, Rudolf: Sammelreferat. Erster Weltkrieg

Rezensionen 535 zur Brauchbarkeit des Handbuches (Raab und Steinamanger sind nicht einmal in Wodkas nützlichem Wegweiser Kirche in Österreich [1959] enthalten). Man würde nun annehmen, daß in den Abschnitten über die Stifte und Klöster wenigstens die wichtigsten Äbte bzw. Pröpste nament­lich und mit Regierungszeiten angeführt werden: bei Baumgartenberg sind es drei, bei Kremsmünster acht, bei Lambach neun usw. Erstaun­licherweise fand man in Klosterneuburg außer dem ersten Propst der regulierten Chorherrn nur einen Vorsteher der namentlichen Nennung wert! Der Abschnitt über die Landeshauptstadt Linz ist mit sieben Seiten (einschließlich Urfahr und Ebelsberg) und einem Plan informativ genug ausgefallen. Der Text würdigt unter Berücksichtigung von Verfassung und Verwaltung speziell die wirtschaftlichen Voraussetzungen, durch Kursiv­druck sind Ortsbezeichnungen und Bauten hervorgehoben, so daß auch eine rasche Orientierung möglich ist. Nur eine kurze Bemerkung zu den Fakten: Die Urfahrer Pfarrkirche übernahm nicht das Patrozinium der gotischen Nikolauskirche, sondern blieb wie das Kapuzinerklösterl dem hl. Joseph geweiht. Machte übermäßige Bescheidenheit aus dem international bekannten LD-Blasstahlverfahren (Abkürzung für Linz-Donawitz) ein DL-Verfahren? Vergleicht man aber Aufbau und Benützbarkeit mit dem ausführlichen Abschnitt über Wien, so muß man feststellen, daß der dor­tige geschichtliche Überblick Hervorhebungen wie bei Linz vermissen läßt. Da dann nur Charakteristiken der ehemaligen Vororte, heute Bezirke X bis XXIII folgen, muß man Detailangaben zu den Vorstädten mühsam dem Gesamttext entnehmen. Die Gründung der Leopoldstadt blieb beispiels­weise unerwähnt. Die kurzen Planlegenden zu Innenstadt und Großstadt­gebiet (hier ohne Details) genügen nicht. Beim Text müssen im Kapitel „Stadt und Land Wien“ mehrere Flüchtigkeiten festgestellt werden: Man kann Celtis (f 1508) unmöglich als Schüler und Nachfolger Cuspinians (f 1528) bezeichnen, 1551 berief Ferdinand I. (und nicht II.) die Jesuiten, Kiesi wurde 1618 gefangengenommen, er konnte daher 1621 nicht Gene­ralreformator von Niederösterreich und Wien werden. Bei der Reihen­folge der fremden Einflüsse in Wien muß es unbedingt spanisch — ita­lienisch — französisch lauten. Bei den Künstleraufzählungen erfolgte die Vornamenauswahl willkürlich, statt Johann hätte es jedenfalls Johann Bernhard Fischer von Erlach heißen müssen. Das kaiserliche Handschrei­ben vom 20. 12. 1857 an den Innenminister wegen Auflassung der Wiener Befestigungen war keine Weihnachtsbotschaft. In Kaiser-Ebersdorf ist keine Bundeserziehungsanstalt, sondern eine Bundesanstalt für Erzie­hungsbedürftige. Hacking liegt nicht an der Schnellbahn, sondern an der Stadtbahn. Es gab keine k. k. Ferdinands-Nordbahn, sondern eine Kaiser- Ferdinands-Nordbahn. Bei Aspern hätte der Flughafen Erwähnung fin­den sollen. Nochmals zurück zum Abschnitt Linz: Zur Literatur wäre zu sagen, daß die Linzer Kunstchronik (Verzeichnis Nr. 121) keine Zeitschrift, son­dern eine dreibändige Kulturgeschichte der Stadt, verfaßt von Justus Schmidt ist (Teil I und II 1951, Teil III 1952). Als kunsthistorisches Perio­dicum wäre das Kunstjahrbuch der Stadt Linz anzuführen gewesen

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