Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 24. (1971)

NECK, Rudolf: Sammelreferat. Erster Weltkrieg

502 Literaturberichte Santifaller und seine Mitarbeiter werden demnächst die entsprechende Publikation über die Papsturkunden unseres Staatsgebietes vorlegen, während in den meisten anderen Ländern die Arbeiten erst in den An­fängen stecken. Ähnliche Veröffentlichungen liegen bisher nur von Walter Zöllner für das Staatsarchiv Magdeburg und von Giacomo Zarotti für das Kapitelsarchiv und das bischöfliche Archiv Parma vor. Das Urkundenmaterial ist in 337 Regesten nach demselben Schema wie im ersten Band verarbeitet; es verdient hervorgehoben zu werden, daß auch Fragmente von Originalen Berücksichtigung fanden. Einen Hauptteil des Bandes füllen sodann alphabetische Verzeichnisse der Empfänger nach den alten Archivfonds mit systematisch gegliederten Angaben über Gründung und geschichtliche Entwicklung der geistlichen Anstalt, über das Archiv und über die Literatur. Besonders wertvoll für den weiteren Fortgang der Untersuchungen sind die Register, die die Schreiber- und Prokuratorenvermerke, die Taxbeamten und die Taxen, die Einträge im päpstlichen Register und die Kanzleivermerke verschie­dener Art zusammenstellen. Das Werk ist nicht nur ein ausgezeichnetes Hilfsmittel der landes- und kirchengeschichtlichen Forschung der Schweiz, sondern auch ein unentbehrlicher methodischer Behelf für jeden, der sich mit dem päpstlichen Urkundenwesen des Spätmittelalters, mit dem Ge­schäftsgang und der Organisation der kúriaién Behörden und mit den einschlägigen Problemen der Verwaltungsgeschichte und der Kanonistik beschäftigt. Besonders instruktiv sind auch die in der Einleitung enthal­tenen Übersichten über das Auftreten der neuen Bullenform (mit der Formel „ad perpetuam“ oder „ad futuram rei memoriam“) und über die littera clausa. Erwähnt sei noch, daß L. eine Sammlung von Photokopien der Originale der Papsturkunden der Schweiz aufgebaut hat, die einige tausend Blätter zählt. Heinrich A p p e 11 (Wien) Der Schriftverkehr zwischen dem päpstlichen Staatssekretariat und dem Nuntius am Kaiserhof Antonio Eugenio Visconti, 1767—1774. Bearb. von Andreas Cor- naro, Herbert Paulhart, Paul Uiblein, Walter Wagner und Gerhard Winner. Gesamtredaktion: Irmtraut Lindeck-Pozza. (Publikationen des Öster­reichischen Kulturinstituts in Rom. II. Abt.: Quellen, II. Reihe: Nuntiatur­berichte, Band 1.) Hermann Böhlau’s Nachf., Wien—Köln—Graz 1970. XXI, 561 S. Als österreichischer Beitrag zum internationalen Unternehmen der Nuntiaturberichte ') mag die als erster Band einer Publikationsreihe des Österreichischen Kulturinstituts in Rom erschienene, die Amtszeit des Nuntius Eugenio Visconti in Wien (1767—74) umfassende neue Publika­tion betrachtet werden. Mit dem Erscheinen dieses Werkes wurde der nach dem zweiten Weltkrieg gefaßte Entschluß, die Bearbeitung und Erschlie­') Vgl. Heinrich Lutz Nuntiaturberichte aus Deutschland. Vergangenheit und Zukunft einer „klassischen“ Editionsreihe in Quellen und Forschungen aus italienischen Bibliotheken und Archiven 45 (1965) 274—324; Léon E. Halkin Les Archives Nonciatures in Bibliothéque de l’Institut Historique Beige de Rome 14 (1968) 1—27.

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