Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 21. (1968)
SPRUNCK, Alphonse: Verteidiger der Interessen Österreichs in den südlichen Niederlanden während des Spanischen Erbfolgekrieges 1709–1714
Verteidiger der Interessen Österreichs in den südlichen Niederlanden 65 Geld mehr; er bat daher Kurz, bei der Kaiserin, die noch in Barcelona weilte, ihn für die Stelle eines Schultheißen von Antwerpen und Markgrafen dieser Herrschaft zu empfehlen. Seinem Brief legte er zwei Flugschriften bei, von denen eine ein Plan für die Aufteilung der spanischen Monarchie war. Am 11. März sandte Hortiz an Kurz eine Liste der Forderungen, die die Verbündeten an die Vertreter Ludwigs XIV. gestellt hatten 25). Diese sollten nach Ostern Antwort darauf geben. In den Abschriften für den Gebrauch der Engländer und Holländer war nicht ausdrücklich bemerkt, der Herzog von Anjou müsse dem Kaiser die gesamte spanische Monarchie überlassen, aber ihre Bevollmächtigten hatten kategorisch erklärt, sie würden diese Forderung stellen. Aber Sinzendorf hatte sich nicht begnügt mit ihrer Behauptung, diese sei enthalten in der allgemeinen Formulierung, der Herzog von Anjou müsse die Forderungen der Verbündeten in vernünftiger Weise erfüllen26). Er hatte auch durchgesetzt, daß die Seemächte das formelle Versprechen in ihr Memorandum aufnahmen. Hortiz erfuhr bald darauf, Ludwig XIV. habe beschlossen, den Herzog von Anjou, der eine schwere Krankheit durchgemacht hatte, zum Dauphin von Frankreich, und dessen Bruder, den Herzog Karl von Berry, zum König von Spanien zu machen. Er hoffte, durch diesen Plan würden die Spanier bestimmt werden, mehr Sympathie für Österreich zu zeigen 27). Er befürchtete, die Antworten der französischen Kommissäre wären ganz unbestimmt und ungenügend. Am 11. April schrieb Hortiz an Kurz, die Franzosen hätten nach einem Aufenthalt von 25 Tagen im Haag am 30. März die unbestimmte und extravagante Antwort gegeben, die Entscheidungen könnten nur getroffen werden, nachdem sie und die Verbündeten ihre Forderungen vorgelegt hätten. Ihre Absicht, die Verhandlungen in die Länge zu ziehen, wurde nunmehr klar, genau wie die, Uneinigkeit unter den Gegnern zu verursachen. Deren Vertreter, die ihre Zulassung zu einem Kongreß durchgesetzt hatten, ohne vorher die Zustimmung Ludwigs XIV. zu den wichtigsten Punkten zu fordern, waren schon sehr ärgerlich. Diesem Brief 25) In der Nummer der C. C. P. E. vom Mai 1712, S. 306—318 wurden die Forderungen des Kaisers, der Generalstaaten, der Königin von England, der Könige von Portugal und Preußen, der Herzoge von Savoyen, Württemberg und Lothringen, der Kurfürsten von Mainz, Trier und von der Pfalz, des Landgrafen von Hessen-Cassel, des Bischofs von Münster und Paderborn veröffentlicht. 28) „No se contentó con razón de que la dicha clausula se comprendía en la general de que se deve dar satisfazión razonable a todos los aliados sobre sus pretensiones.“ 27) „Si llega este caso devemos esperar que las dependencias de nuestro amo tomarán otros visos en Espana, pues parege imposible que aquellos naturales (por más indolentes que se hallen de su honor y conbeniencias) quieran cometer la ultima vajeza de recivir los Reyes que se le antoja a Francia de darles.“ Mitteilungen, Band 21 5