Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 17/18. (1964/65)

PILLICH, Walter: Kunstregesten aus den Hofparteienprotokollen des Obersthofmeisteramtes von 1637–1780

670 Archivberichte 677 1769 Oktober 26, Wien. (Johann) Staud, Hoftapezierergeselle, der die Reise mit Königin Maria Amalia, vermählte Herzogin von Parma nach Cassal Maggiore machte und keine Regalien erhielt, erhält ein Geschenk von 6 Dukaten. f. 215 rv. 34. Hofparteienprotokoll 1770. 678 1770 Mai 9, Wien. Johann Spenkuch, Hofuntertapezierer, dient seit 14 Jahren als Hoftape- zierergeselle, Gehilfe und seit 2 Jahren als Untertapezierer, jedoch nur mit Gehilfenbesoldung von jährl. 240 Gulden und bittet ab 1. Mai um die Be­soldung als Hofuntertapezierer von jährl. 350 Gulden. Res.: Placet dem Flader aber lege ich 200 fl. bey, damit er auch 600 fl. Gehalt habe. f. 96 v, 97 r. 679 1770 Mai 12, Wien. Johann Spenkuch, Hofuntertapezierer, erhält ab 1. Mai zu seiner bisherigen Hofbesoldung von jährl. 240 Gulden, weitere 110 Gulden Zulage angewiesen. f. 101 r. 680 1770 Mai 16, Wien. Mathäus Flader, zweiter Obertapezierer, soll zu seinem bisherigen Gehalt von jährl. 350 Gulden nooh weitere 250 Gulden jährl. erhalten, damit er auch 600 Gulden habe (siehe nro. 678). Fl. erhielt anstatt die seinem Dienst zustehende jährl. Hofbesoldung von 400 Gulden bisher nur 350 Gulden, bis zum Ableben des ersten Hofobertapezierers Spenkuch. Es wird angefragt, ob Fl. daher die Hofobertapezierer-Besoldung von jährl. 400 Gulden und für die Inspektion des ehern. Tarroukischen, jetzt k. k. Hauses auf der Bastei nächst der Burg, weitere 200 Gulden, nebst den Titel eines Inspektors dieser Häuser ab 1. Mai erhalten soll. (Dieser Vortrag wurde nicht vorgelegt.) f. 106 v. 107 r. 681 1770 Juni 9, Wien. Mathäus Flader, Hofobertapezierer, erhält ab 1. Mai zu seiner jährl. Hof­besoldung von 350 Gulden, jährlich weitere 250 Gulden angewiesen. f. 129 r. 682 1770 Juli J, Wien. Wilhelm Bayer, Maler und Statuarius, bittet um den Titel eines kaiserl. königl. Antiquarius und die Erlaubnis „unter der Erde“ nach „vergrabenen Kostbahrkeiten zum Nutzen des k. k. Naturalien Cabinets und Schatzkam­mer“ zu suchen. B. oblag von Jugend an den Studien eines „Antiquarii“, hat auf seinen Reisen durch Deutschland, Italien und Frankreich alle Gale­rien und Naturalien-Kabinette besucht und mit den berühmtesten Antiqua­riis Abbate Vineti und Winkelmann durch 10 Jahre, Zeichnungen, Dechiffi- rung und Erklärung der Antiquitäten sowie drei Jahre bei der herkulani- schen Akademie zu Portiéi an Forschungen von Marmor und Bronce gear­beitet. Ebenso hat B. sich Kenntnisse in der Baukunst, Bildhauerei und Malerei erworben, sowie für die Landeskunde archäologische Funde gemacht und bittet daher um die Erlaubnis auf eigene oder Hofkosten diese Arbeiten weiter führen zu dürfen für die Schatzkammer, Naturalienkabinett und Galerie. Er bittet daher um den Titel eines Kunst- und Naturalien Anti­quarius und die vom geheimen Kammerzahlamt jährl. ausgeworfenen 1200 Gulden als eine Hofbesoldung beim Universal-Cameral-Zahlamt anzuweisen.

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