Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 17/18. (1964/65)

PILLICH, Walter: Kunstregesten aus den Hofparteienprotokollen des Obersthofmeisteramtes von 1637–1780

Österreich 669 33. Hofparteienprotokoll 1769. 670 1769 Jänner 4, Wien. Ferdinand Keller, Hofgärtner in Laxenburg und Philipp Hirnschall, Hof­gärtner in Hetzendorf, bitten um Erhöhung des jährlichen Brennholz-Depu­tates. Keller erhält jährl. bisher 4 Klafter weiches Holz, weil er nur ein Blumenhaus beheizt, sowie 3 Klafter Deputatsholz für seine Unterkunft. Himschall hat nebst einer Obstkammer auch eine Orangerie und das Blu­menhaus zu beheizen, wofür er 8 Klafter weiches Brennholz erhält. Res.: Von all diesen Gärtnern begehrt man nichts extra, alle Jahre wollen sie Vermehrungen, heuer ist noch gar kein Winter, mithin gar nichts nötig ist einmahl für allemahl abzuweisen. f. 2 r — 3 v. Abweisung vom 14. Jänner 1769. f. 9 v, 10 r. 671 1769 Februar 15, Wien. Mathäus Flader, zweiter Hofobertapezierer zeigt an, daß anläßlich der alljährl. Inventur festgestellt wurde, daß seit Jahren keine roten Samt­baldachine und Teppiche sowie keine roten Damastspaliere nachgeschafft wurden und daß diese für anfallende Feste dringend gebraucht werden. Des­halb wird vorgeschlagen, innerhalb von 6 Jahren um jährl. 2.000 Gulden diese anzuschaffen. (Nota. Dieser Vortrag wurde nicht weitergereicht!) f. 39 r— 40 v. 672 1769 März 1, Wien. Vortrag über die Notwendigkeit der Anschaffungen für die Hoftapeziererei- Magazine (siehe nro. 671) in den folgenden 6 Jahren, um jährl. 2.000 Gul­den, ähnlich wie seinerzeit das Hoftafelsilber (vgl. hiezu nro. 537). Res.: Placet. f. 52 v — 55 r. Anschaffung bewilligt am 15. März 1769, Hofordonanz an Hofkammer etc. f. 65 r — 67 v. 673 1769 April 14, Wien. Amand Zinner, k. k. Garten-Ingenieur zu Schönbrunn, erhält auf Grund seiner durch 20 Jahre geleisteten guten Dienste neben einer Gehaltserhöhung zu seinem bisherigen Holzdeputat jährl. weitere 3 Klafter Brennholz. f. 85 r. 674 1769 Mai 17, Wien. Wilhelm Greul (Kreuls), Spaliermacher in der k. k. Spaliermacher-Garde- robe, bittet ab 1. Mai 1769 um die Anweisung der Hofbesoldung von jährl. 400 Gulden. Res.: Placet. f. 117 r — 188 r. Anweisung vom 23. Mai 1769. f. 123 v, 124 r. 675 1769 Mai 17, Wien. Johann Michael Grosser, seit 1736 k. k. Kammerjuwelier, bittet um die Ent­lassung als Kammerjuwelier, der der Gerichtsbarkeit des Obersthofmar­schallamtes untersteht, weil er nach seiner Adelsverleihung bei den nieder­österreichischen Landständen als Landmann angenommen wurde, jedoch diese Verfassung erfordert die Ablegung der Kammerjuwelierstelle, um in die Gerichtsbarkeit des niederösterreichischen Landgerichts zu kommen. Res.: Placet. f. 118 v — 119 v. 676 1769 Oktober 23, Wien. Mathäus Flader, Hofobertapezierer, erhält für die auf der Reise mit Erz­herzogin Marie Amalie nach Parma verfertigten Arbeiten und Auslagen 414 Gulden 38 Kreuzer angewiesen. f. 210 v, 211 r.

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