Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 17/18. (1964/65)

PILLICH, Walter: Kunstregesten aus den Hofparteienprotokollen des Obersthofmeisteramtes von 1637–1780

646 Archivberichte k. k. Hofmaler, als Unter direktor der Maler- und Kunst-Akademie ohne Be­soldung und daß er im Falle der Einsparung von 2000 Gulden die Direktors­stelle nach dem Tode van Schuppens erhalten würde. f. 404 v —405 v. 507 17U8 Oktober 26, Wien. Jacob van Schuppen, Direktor der Maler- und Bildhauer-Akademie, sucht für Transportkosten und Retablierung für die Effekten der Akademie um 500 Gulden an, welche ihm auch seinerzeit bei der vorigen Etablierung von der Hofkammer bewilligt wurden. Gleichzeitig bittet van Schuppen um eine größere Wohnung im Gebäude der Akademie, da diese ihm zu klein für seine Mobilien und zur Unterbringung seiner Bedienten sei. Res.: 300 fl. zu passiren, nicht mehrers, wan er mit dem quartier, was ihme alda angewiesen, nicht zufriden, so kan er es bleiben lassen, wird aber kein anderes bekom­men, dies, wie auch wegen der andern mit Tarrouca auszumachen. f. 412 r — 414 r. 508 17U8 Oktober 30, Wien. Jacob van Schuppen, (Hofmaler und) Direktor der k. k. Maler- und Bild­hauer-Akademie, erhält für den Transport der Akademie-Mobilien und Effekten sowie zur Reparatur und Einrichtung derselben ein Pauschale von 300 Gulden angewiesen. f. 417 v. 20. Hofparteienprotokoll 1749—1750. 509 17U9 Jänner 17, Wien. Jacob van Schuppen (Hofmaler und) Direktor der k.k. Maler- und Bild­hauer-Akademie und einige Mitglieder dieser Akademie werden vorstellig, daß der van Schuppen wegen hohen Alters beigegebene Unterdirektor dieser Akademie, Ferdinand Ästorffer, nicht die nötigen Kenntnisse hiezu besitze, da er nur ein Vergolder sei und daher viele Akademiemaler diese Akademie nicht mehr besuchen würden. Ein Vergolder könne nicht Mitglied einer Hof­akademie und noch weniger dessen Unterdirektor sein. Da sich Ästorffer unüberlegt und aus Mangel nötiger Einsicht anheischig gemacht habe, die Akademie mit weniger Unkosten zu führen, würde diese dem Untergang verfallen, wie dies unter B. Strudel geschehen sei. Um dies vorzubeugen, schlägt van Schuppen vor, dem Ästorffer die seit dem Tode des Heinitz er­ledigte Stelle eines Hofbilder-Inspektors zu verleihen. Die Mitglieder der Akademie geben weiters an, daß Ästorffer nur aus der Praxis und nicht von Grund auf die Malerei erlernte. Er habe nur in Theatern, „Fenster- Lambrien, Zimmerwände, Decorationen“ und andere „Grotesquen Erfindun­gen“, nicht aber historische Kompositionen, wo sich die ganze Kunst zeigen müßte, gemacht. Allerdings könne van Schuppen nicht mehr allein der Akademie vorstehen, deshalb möge man aus der Hofakademie den Taug­lichsten dazu erwählen. Ästorffer erklärt dazu, daß er von van Schuppen nach Vorweisung seines Dekretes nicht nur mit aller Höflichkeit empfangen, sondern auch aller Teil­nehmung und Freundschaft versichert wurde. Da Ästorffer glaubte, daß van Schuppen die Akademie sofort eröffnen würde, war er darüber ent­täuscht, zumal van Schuppen seit 4 Jahren jährlich 2.000 Gulden und 40 Klafter Holz zum Unterhalt der Akademie bezog, jedoch diese für sich verwendete und erst den 3. Weihnachtsfeiertag 20 Hofakademie-Verwandte zu sich berief und ihnen ein Schriftstück zur Unterschrift vorlegte, worin Ästorffer nicht als Unterdirektor anzuerkennen sei. Ästorffer vermutet, daß

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