Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 17/18. (1964/65)
RAUCHENSTEINER, Manfried: Das sechste österreichische Armeekorps im Krieg 1809. Nach den Aufzeichnungen des FZM Johann Freiherr von Hiller (1748–1819)
Das sechste österr. Armeekorps im Krieg 1809 179 unsere ganze Aufstellung längs der Donau nichts nützen werde, die Vereinigung mit der Armee unterbrochen werden könnte, faßte ich den Entschluß, den Feind auch mit Verlust von dieser für ihn und uns so wichtigen Insel zu verdrängen und dagegen für uns dorten Posto zu fassen. Ich traf daher die Veranstaltung, die Brigade Weissenwolf gegen Jedlersee vorrücken zu lassen; der Obrist Cholitz vom GQM Stab eilte voraus, sich von dem Lokale zu überzeugen und langte wirklich an den Damm, als die Landwehr vom Bataillon Obergfell das letzte Detachement aus der Au zurückgezogen; da nun die Behauptung dieses Postens von der größten Wichtigkeit war, so ließ ich augenblicklich den Angriff auf diese Insel machen. 500 Mann waren schon auf dieser Insel unter Leitung des Marschall Lannes gelandet und am jenseitigen bei Nußdorf waren die übrigen Truppen, welche noch herübergesetzt werden sollten. Die jenseitige Anhöhe, wo der Feind ein zahlreiches schweres Geschütz aufgestellt hatte, diente selbem, diese Überfuhr und diese Auen zu unterstützen. Doch ungeachtet alles dessen wurde mit klingendem Spiel der in diese Au übergesetzte Feind angegriffen; die Truppen fochten so brav, daß nur Lannes allein mit einigen Offizieren auf einem kleinen Schiff entkam; alles übrige, was sich auf der Insel befand, wurde gefangen oder getötet. Gefangen wurden: 1 Baons Chef, 15 Offiziere vom Kapitän abwärts, 368 Mann vom Sergeant abwärts, Gesunde und Blessierte. Der übrige Teil der feindlichen Besatzung ist auf dem Platz geblieben. Mein Verlust (zus. 401 Mann) ist gegen diese Besatzung nicht gering ausgefallen, allein selber ist desto mehr zu schätzen, weil hiedurch die Wichtigkeit erwiesen, wie viel Wert der Feind auf die Behauptung dieser Insel setzte. Major O’Brien von Kerpen und Obergfell von der Österreichischen Landwehr haben sich bei diesem Angriff vorsonderlich ausgezeichnet. Diese abgenommene Insel war in Zukunft von außerordentlichem Vorteil für uns, deren Besitz uns mehrere Vorteile und manche Sicherheit verschaffte, wie es die Tatsachen beweisen. Aus Ziersdorf, vom 13. Mai, erhielt ich Befehl (vom E. H. Generaliss.) worüber ich nichts anderes zu bemerken finde, als da ich nach den eingetretenen Umständen handelte und anstatt zurückzugehen den Feind durch die Abnahme der Schwarzen Lacken Au noch Abbruch tat, auch wie schon vorwärts erwähnt, meine Vortruppen und Detachements von Komeuburg bis Stadl Enzersdorf aufgestellt und die Inseln im Besitz hatte, so fällt die vom E. H. Generaliss. K. H. gemachte Bemerkung über meinen Marsch nach Wölkersdorf von selbst weg. Gleich nach diesem Befehl erhielt ich einen zweiten, welcher die weitere Aufklärung gibt, daß ich bei Stammersdorf stehen geblieben und die Donau nie verlassen, im Gegenteil noch Vorteile über den Feind erfochten. Ich hatte das Regiment Duca, die Warasdiner St. Georger mit etwas Kavallerie nach Aspern, Eßling, Stadl Enzersdorf und Stadlau und überhaupt längs der Donau detachiert, auch ließ ich die Insel Lobau und die 12*