Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 16. (1963)

PILLICH, Walter: Kunstregesten aus den Hofparteienprotokollen des Obersthofmeisteramtes von 1637–1780

Kunstregesten a. d. Hofparteienprotokollen d. Oberhofmeisteramtes 1636-1780 493 425 1733 April 21, Wien. Georg Schwartz, königl. spanischer Hof- und Kammertischler, wurde bei der Rückkehr aus Spanien entlassen und hätte noch „Liedlohn“ und bar ausgelegtes Geld im Betrage von 300 Gulden zu fordern; er bittet um Pension. Bescheid, daß Sch. einmalig 50 Gulden erhalten solle und die unbegründete Forderung von 300 Gulden ihm nur Ungnade einbringen würde. Der Hofkontrollor hat die 50 Gulden an Sch. anzuweisen. f. 166 r v. 426 1 733 Juli 29, Wien. Fabio Zily, kaiserl. Hoftheatral-Adj unkt, wird für die durch den Tod des Anton Benaglia erledigte Stelle des kaiserl. Hof-Theatral-Sekretärs unter Verleihung dieses Titels und einer Besoldungszulage von jährlich etwa 200 Gulden vorgeschlagen. Res.: „Kan darüber noch der Director vernommen und Mir nacher das weitere eingerathen werden. Carl.“ f, 183 v-— 184 v. 427 1733 August 18, Wien. Joseph Paul, Theatral-Tischler, Sohn des kaiserl. Hof-Theatraltischlers Paul, wurde anstatt seines Vaters beschäftigt und stürzte während der Arbeit von der Höhe des Theaters herab, wodurch er arbeitsunfähig wurde; er bat am 7. Jänner 1733 um eine jährliche Gnadengabe für sich, seine Frau und Kinder. Bescheid: Aus besonderer Gnade werden P. einmalig ein Almosen von 60 Gulden angewiesen, worüber der Hofkontrollor die Anwei­sung auszufertigen hat. f. 210 r. 428 1733 August 18, Wien. Elisabetha Steindlin, älteste erwerbsunfähige und seit Jahren kranke Toch­ter des verstorbenen kaiserl. Kammer-Beinstechers Matthias Steindl, hat am 18. März 1732 für ein Jahr je 75 Gulden Almosen erhalten; sie bittet um weiteres Almosen. Bescheid, daß St. für weitere 2 Jahre eine jährl. Gnadengabe von 50 Reichstaler erhält, worüber der Hofkontrollor die An­weisung auszufertigen hat. f. 226 r v. 429 1733 Oktober 13, Wien. Bewerber um die Stelle eines kaiserl. Untertapezierers und eines kaiserl. Tapezierergehilfen: Caspar Neracher, kaiserl. Tapezierergehilfe, diente in Spanien und hier und wurde am 21. August 1724 auf die Stelle des kaiserl. Untertapezierers vertröstet und bittet nach dem am 1. Juni 1732 verstorbenen Matthias Stiller um diese Stelle. Johann Peter Tratter, kaiserl. Supernumerari-Tapezierergehilfe, diente früher in Spanien und hier als Fräulein-Schneider, jetzt mit täglich 30 Kreu­zer besoldet; ihm wurde am 6. November 1721 bei Beförderung des Caspar Neracher die wirkl. kaiserl. Tapeziererstelle versprochen. Vorschlag des Obersthofmeisters, daß Caspar Neracher als kaiserl. Untertapezierer und Johann Peter Tratter als wirkl. kaiserl. Tapezierergehilfe ab 1. Oktober 1733, letzterer mit täglich 5 Kreuzer Besoldungserhöhung, aufgenommen werden mögen, wenn ihnen nicht auch aus ihrer Tätigkeit in Spanien noch Ver­dienste seit dem Tode Stillers angerechnet werden wollten. Res.: „Placet, wie eingerathen, Sie zu Befördern, und Begnaden. Carl.“ f. 236 r — 237 r. 430 1733 November 6, Wien. Caspar Neracher wird ab 1. Juni 1732 zum kaiserl. Untertapezierer mit jährlich 150 Gulden Besoldung und täglich einen Gulden Kostgeld aufge-

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