Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 16. (1963)

PILLICH, Walter: Kunstregesten aus den Hofparteienprotokollen des Obersthofmeisteramtes von 1637–1780

Kunstregesten a. d. Hofparteienprotokollen d. Oberhofmeisteramtes 1636-1780 489 er um weitere Belassung des Wagengeldes. Der kaiserl. Hofbauamts-Direktor Graf Althann berichtet, daß Fischer bei den Handwerksleuten und Künst­lern, wie Tischler, Stein- und Bildhauer, ständig Nachschau halten müsse und hiezu in den Vorstädten zu ihren Wohnungen und Werkstätten fahren müsse. Es wäre daher auch nach Beendigung des Baues der Karlskirche das Wagengeld für Fischer notwendig, das jedoch aus den Verlagsgeldern des Hofbauamtes, das kaum damit die bei vielen alten kaiserl. Gebäuden notwendigen Reparaturen bestreiten könne, nicht gereicht werden könne. — Die Kommission tritt trotz baldiger Beendigung des Baues der Karlskirche für die Weiterzahlung des Wagengeldes von jährl. 500 Gulden für F. ein. Die Besoldungserhöhung müsse aber zurückgestellt werden, weil nach dem Tode seines Vaters der zweite Hofarchitekt Jean de Lucca diese Besoldung erhielt und heute noch genießt. Res.: Placet. f. 202 r — 204 r. 404 1731 Juli 2, Wien. Joseph Emanuel Fischer von Erlach, kaiserl. Hofarchitekt, wird mit seiner Bitte um Besoldungserhöhung von 500 Gulden abgewiesen, erhält jedoch bis auf weiteres jährlich 500 Gulden Wagengeld, worüber der Hofkontrollor die Verordnung auszufertigen hat. f. 213 v. 405 1731 Juli 2, Wien. Ferdinand Cerrini, Kammerdiener der Kurprinzessin von Sachsen, Sohn des am 30. November 1730 verstorbenen kaiserl. Galerie- und Kunstkammer- Inspektors und Tenoristen Fabricii Cerrini, bittet für sich und seine in kaiserl. Feldkriegsdiensten stehenden 4 Brüder um Abfertigung auf Grund der von seinem Vater fast 60jährigen geleisteten Dienste, der 12 Kinder hatte und so mittellos verstarb, daß kein Begräbnisgeld vorhanden war. Bescheid, daß das Ansuchen abzuweisen sei, da der Vater 1724 eine Abfertigung von 500 Gulden erhielt und der Bittsteller sowie seine 4 nicht benannten Brüder ja in kaiserl. und anderen Diensten bereits versorgt seien. f. 245 v, 246 r. 406 1731 Juli 23, Wien. Bewerber um die Stelle eines kaiserl. Supernumerari-Hoffourier: Jacob Ferdinand Rausch von Traubenberg, bezieht sich auf seinen Bruder Franz und dessen noch lebenden Sohn Martin, beide gewesene und bzw. noch im Dienste befindliche kaiserl. Gälerie- und Kammermaler, sowie auf seinen Vetter, Paul Rausch von Traubenberg, gewesener Oberkammerfourier in Spanien und hier, sowie andere Verwandten. f. 263 r v. 407 1731 September 20, Wien. Daniel Anton Bertoli, kaiserl. Dissegnatore di Camera, wird nach dem am 30. November 1730 verstorbenen Fabricii Cerrini mit 21. Mai 1731 zum kaiserl. Galerie- und Kunstkammerinspektor mit jährl. 600 Gulden Besol­dung aufgenommen, worüber der Hofkontrollor die Besoldungsverordnung und für die Cerrinischen Erben die Abrechnung auszufertigen hat. f. 278 v, 279 r. 408 1 732 Februar 20, Wien. Anna Margaretha Löpers, Witwe nach dem am 25. August 1732 verstor­benen kaiserl. dritten Leibbarbier Mainulphi Löpers, 50 Jahre alt, nach 32jähriger Ehe mit 7 Kindern hinterlassen, bittet um Pension. Unter den Kindern ist auch ein Sohn Ferdinand, 21 Jahre alt, ein ausgelernter Maler, der sich noch zu Hause bei der Mutter befinden soll. Bescheid, daß die Witwe für sich und die nicht erwerbsfähigen Kinder eine Jahrespension von 200 Gulden erhalten soll. Res.: Placet. f. 306 r — 309 r.

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