Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 16. (1963)

PILLICH, Walter: Kunstregesten aus den Hofparteienprotokollen des Obersthofmeisteramtes von 1637–1780

488 Walter Pillich 2 kaiserl. Dekrete eine besoldete Hoftänzerstelle zugesagt wurde, sehr hart geschehen würde, wenn dieses Versprechen nicht gehalten werden würde. Deshalb wird T. für die erledigte und mit 360 Gulden dotierte Hoftänzer­stelle vorgeschlagen. NB. Hierauf erfolgte keine Resolution. f. 523 v — 528 v. 398 1730 November 29, Wien. Franz Niclas Helling, kaiserl. Edelknaben-Hofmeister, wird nach dem am 28. Februar 1730 verstorbenen Heinrich Ubens ab 15. Oktober 1730 mit jährlicher Besoldung von 400 Gulden und wöchentlichem Kostgeld von 6 Gulden und dem schlesischen Kammerrats-Titel und einer Jahrespension von 600 Gulden als kaiserl. Schatzmeister aufgenommen. Der Hofkontrollor hat für Helling die Besoldungsverordnung und für die Erben von Ubens die Besoldungsabrechnung auszufertigen. f. 644 v — 645 r. 13. Hofparteienprotokoll 1731—1732. 399 1731 März 13, Wien. Bewerber um die Stelle eines Hof-Untersilberkämmerers: Wenzel von Streit­berg, königl. böhmischer Schatzmeister, seit 1707 kaiserl. Truchseß, erster Vorschneider und Titular-Kammerrat, bittet um diese Stelle unter Bei­behaltung seiner Vorschneiderstelle. f. 85 v — 86 r. 400 1731 März 26, Wien. Bewerber um verschiedene Stellen heim kaiserl. Hoftheater: Franz Tamm, unbesoldeter Hoftänzer, um Besoldung. Res.: „Wegen des Tamm placet“. . f. 90 v — 91 r, 95 v. 401 1731 April 13, Wien. Juliana Alexandrina Janckin, Witwe nach dem vor ca. 2 Jahren zu Ohlau in Schlesien verstorbenen Rat und Revisions-Kommissär Joseph Franz Jancka, 40 Jahre alt, hat einen 9jährigen Sohn und ist mittellos. J. ist die Tochter des vor 30 Jahren verstorbenen kaiserl. Edelsteinschneiders Pietro Pandol- fini, der viele Jahre in Diensten der Erzherzoge von Tirol stand und seit 31. Dezember 1677 im Dienste Kaiser Leopold I. mit jährlich 600 Gulden besoldet war. Sie bittet mit Rücksicht auf die Dienste ihres Vaters um Transferierung der Pension ihrer Mutter Maria Anna Pandolfini, die am 15. November 1729 verstorben und durch über 30 Jahre lang eine jährliche Pension von 200 Gulden erhielt. Bescheid, daß dieses Ansuchen abgelehnt wurde. f. 122 v — 123 r. 402 1731 Mai U, Wien. Franz Tamm, unbesoldeter kaiserl. Hoftänzer, erhält ab diesem Quartal jährlich 360 Gulden Besoldung, worüber der Hofkontrollor die Verordnung auszufertigen hat. f. 162 r v. 403 1731 Juni 13, Wien. Joseph Emanuel Fischer von Erlach, kaiserl. Titular-Hofkammerrat und Hofarchitekt, dient seit 1. Juli 1722 mit jährlicher Besoldung von 1500 Gul­den und erhält bis zur Beendigung des Baues der „Caroli Borromaei Kirche“ (Karlskirche in Wien) vom kaiserl. Hofbauamt jährlich 500 Gulden Wagen­geld. Er bittet, ihn wie seinem 1723 verstorbenen Vater, Johann Bernard Fischer von Erlach, der jährl. 2.000 Gulden Besoldung und 500 Gulden Wagengeld erhielt, zu besolden. Da sich die Bautätigkeit bei den kaiserl. Gebäuden erweitert habe, nämlich bei der (Hof-)Bibliothek, die Fassade der neuen Burg, Hofkammer, St. Josefs-Säule und neue Reitschule, bittet

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