Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 16. (1963)

PILLICH, Walter: Kunstregesten aus den Hofparteienprotokollen des Obersthofmeisteramtes von 1637–1780

Kunstregesten a. d. Hofparteienprotokollen d. Oberhofmeisteramtes 1636-1780 473 einen Bedienten aufgenommen habe, weil er durch kaiserl. Dienst an der Bedienung des Kammerfräuleins behindert war und damit die Besoldung als Fräuleinschneider von täglich einen halben Gulden verlor. Auf Grund der auf der spanischen Reise erworbenen Verdienste erhielt T. am 6. No­vember 1721 eine Exspektanz auf die nächste kaiserl. Tapezierergehilfen­stelle, worauf er mit seinem unbefugten und frühzeitigem Gesuch auch zu verweisen wäre. Res.: Placet. f. 42 r. 312 1723 März 21, Wien. Bescheid an Matthias Stiller, kaiserl. Untertapezierer, daß er mit seinem Gesuch um die Tapeziererstelle abgewiesen wurde. f. 53 r. 313 1 723 März 21, Wien. Bescheid an Christoph Partman, kaiserl. Titular-Untertapezierer, daß er mit seinem Gesuch um die Besoldung als Untertapezierer abgewiesen wurde. f. 53 r v. 314 1723 März 21, Wien. Bescheid an Peter Tratter, kaiserl. Supernumerari-Tapezierer-Gehilfe, daß er mit seinem Gesuch um Besoldungsverordnung abgewiesen wurde und auf seine Exspektanz vom 6. November 1721 zu verweisen ist. f. 53 v. 315 1723 April 2. Bescheid an Maria Magdalena Fuchs, Witwe nach Ambrosius Fuchs, Tape­zierer der Kaiserin Eleonora, daß ihr Gesuch um Wein- und Brotportion, wie es der Witwe nach Wenzel Marcellini nur aus besonderer Gnade be­willigt wurde, abgewiesen wurde. f. 54 v, 55 r. 316 172b Februar 16, Wien. Franz Michael Schmidmayr, Sohn des Paul Schmidmayr, Kammerjuwelier der verwitweten Kaiserin Amalie seit 19. August 1713, bittet um die Ver­leihung des Ehrentitels eines kaiserl. Hofjuweliers. Sch. führt an, daß sein Vater seit 30 Jahren um etliche 100.000 Gulden Juwelen lieferte, was der Kammerzahlmeister von Jsendick bestätigen könne. Sein Vater habe ihn seit seiner Jugend belehrt, ihn verschiedene Länder bereisen laßen und er wolle daher sein Nachfolger werden. f. 196 r, v. Johann Georg Tringl, kön. spanischer Hof- und Silberdrechsler, bezieht seit seiner Rückkehr aus Spanien eine Gnadenpension von jährlich 100 Gulden. Er hat sich hier mit großen Kosten als bürgerlicher Drechslermeister nieder­gelassen und hat auch Arbeiten für den Hof gemacht. Er bittet um den Ehrentitel eines kaiserl. Hofdrechslers, wie ihn unter Ks. Leopold I. der Drechsler Bartholomeo Friz gehabt hätte. Das Obersthofmeisteramt hat gegen Verleihung des Titels an Schmidmayr keinen Einwand, da er einen „ehrlich gemüth- und redlichen Lebenswandel“ führe. Die Arbeiten Tringls, seine Verdienste und Kunsterfahrenheit sind dem Kaiser noch bekannt. B. Friz sei tatsächlich am 10. Februar 1701 vom Kaiser Leopold I. mit einem Ehrendekret begnadet worden. Res.: Placet in toto wie eingerathen. f. 196 r — 198 v. 317 172b Februar 25, Wien. Wenzel von Streitberg, Truchseß u. königl. böhmischer Schatzmeister, um Beförderung zur Supemumerari-Mundschenk-Stelle, gibt an, 12 Jahre als Truchseß und 7 Jahre als Schatzmeister Dienste geleistet zu haben. Res.: ... Streitberg hat im statu quo anno zu verbleiben. (Bescheid darüber an Streitberg vom 10. März 1724, fol. 226 v, 227 r) f. 207 v, 210 v, 215 r.

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