Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 16. (1963)
PILLICH, Walter: Kunstregesten aus den Hofparteienprotokollen des Obersthofmeisteramtes von 1637–1780
474 Walter Pillich 318 1724 Februar 26, Wien. Dekret für Franz Michael Schmidmayer mit dem Titel eines kaiserl. Hofjuweliers. f. 218 r — 219 r. 319 1724 Februar 26, Wien. Dekret für Johann Georg Tringl, bürgerlicher Drechslermeister, mit dem Titel eines kaiserl. Hof- und Silberdrechslers. f. 219 r — 220 r. 320 1724 März 16, Wien. Bewerber um die Stelle eines Hoftänzers bzw. Scholam: Franz Tamm, Sohn des (Franz Werner) Tamm, Obst-, Blumen- und Tiermaler in Wien, seit 4 Jahren, darunter auch in Prag, Mittänzer auf dem kaiserl. Theater, ohne Besoldung. Wurde vom kaiserl. Generalbaudirektor Grafen von Althann empfohlen; bittet, ohne Besoldung als Hoftänzer aufgenommen zu werden. Res.: ... Tamm eingerathen zu consoliren ... f. 228 v, 229 r, 230 r, 235 v. 321 1724 April 10, Wien. Bescheid an Johann Lucas Hildebrand, kaiserl. Hof-Ingenieur und Architekt, daß seine Bitte um das Prädikat eines kaiserl. Ober-Hof-Ingenieurs oder Architekten auf mündlichen Vortrag vom Kaiser abgewiesen wurde. f. 248 v. 322 1724 Mai 2, Wien. Franz Tamm wird als Hoftänzer ohne Besoldung aufgenommen. f. 254 v, 255 r. 323 1724 Mai 2, Wien. Peter Tratter, Supernumerari-Tapezierergehilfe, bittet, da er seit 2 Jahren wie ein wirklicher Gehilfe diene, im Vorjahr in Prag gewesen und der Churprinzessin von Sachsen und dem Herzog und der Herzogin von Wolfenbüttel auf der Rückreise von Prag als Tapezierergehilfe gedient und dabei Kostgeld erhalten, um Kostgeld. Der Obersthofmeister meint, daß er Kraft seiner Exspektanz vom 6. November 1721 nicht verpflichtet gewesen wäre, sich aber freiwillig nach Prag begeben und dort täglich 52% Kreuzer Kostgeld erhalten habe. Er wäre trotzdem zur Geduld zu verweisen, weil gegenwärtig 5 besoldete Tapezierer dienten und früher nur 3 gewesen wären. Res.: Placet. f. 258 v, 259 r. 324 1 724 Mai 2, Wien. Caspar Neracher, königl. spanischer Tapezierergehilfe, beschwert sich, daß er nach der Abreise des Kaisers von Preßburg dort wegen der Tapisserien 6% Monate bleiben mußte, ohne daß er hiefür ein Extra-Kostgeld erhielt, obwohl er keinen Haushalt hatte und sich in Wirtshäusern verpflegen mußte. Er bittet um eine kleine Zubuße für diese Zeit. Der kaiserl. Oberstküchenmeister und Hofkontrollor bestätigt die Angaben Ns. und rät, ihm für diese Zeit eine Zubusse von täglich zwei Groschen zu bewilligen. Der Obersthofmeister schlägt eine Beihilfe von 20 Gulden vor. Res.: Placet. f. 259 r — 260 r. 325 1724 Mai 2, Wien. Johann Baptista Vitali von Löwenfeld, kaiserl. Theatral-Adjutant, beschwert sich, daß er, obwohl nur mit 800 Gulden Besoldung aufgenommen, unter anderem sogar den Dissegnatore Theatrale Bertoli während dessen Abwesenheit durch 16 Monate vertreten und keine Entschädigung hiefür erhalten habe. Der Obersthofmeister schlägt die Abweisung dieses Ansuchens vor. Res.: Placet. f. 260 r v.