Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 15. (1962)

MISKOLCZY, Julius: Das Institut für ungarische Geschichtsforschung in Wien und seine Publikationen

Rezensionen 597 So wird dieser Literaturanhang bis zu einer historischen Bibliographie oder einer Neubearbeitung des Handbuchs von Uhlirz stets mit Nutzen zur ersten Information heranzuziehen sein. Er bietet eine wesentliche Er­gänzung der uns zur Verfügung stehenden Bibliographien zur österreichi­schen Geschichte. Vier Karten und drei Stammtafeln sowie ein ausführ­liches, wenn auch nicht ganz exaktes Register schließen den inhaltsreichen Band ab. Auf die Wiedergabe von Bildmaterial wurde verzichtet, wohl um die Kosten des Buches nicht zu sehr ansteigen zu lassen. Das vorliegende Werk ist wohl in erster Linie als Lehr- und Lern­behelf für die Studenten und Lehrer der Geschichte gedacht. Ihnen wird es den größten Nutzen bringen. Aus diesem Grund ist es als Lesebuch für einen größeren Personenkreis weniger geeignet. Dazu ist der Inhalt zu komprimiert. Dem mit der österreichischen Geschichte einigermaßen Ver­trauten hingegen wird es helfen, seine Kenntnisse zu vertiefen und zu er­weitern. So geht es doch über den Rahmen eines Handbuches hinaus. Zu­sammen mit anderen Werken desselben Verlages — etwa der von H. Bene­dikt herausgegebenen Geschichte der Republik oder den Bänden des Öster­reich-Archivs — bildet die Geschichte Zöllners eine treffliche Illustration der Bemühungen, die unser kleines Land im gegenwärtigen Zeitpunkt für eine objektive und gewissenhafte Aufhellung seiner Vergangenheit leistet. Auf diesem Gebiet braucht Österreich keinen internationalen Vergleich zu scheuen. Diese Bestrebungen werden sich hoffentlich im Lauf der Zeit im Geschichtsunterricht und dadurch auch im Geschichtsbewußtsein des ganzen Volkes auswirken. Gerade die ruhige, klare und sympathische Art, mit der hier die Ereignisse der Vergangenheit geschildert werden, bietet die beste Gewähr zur Erreichung dieses Zieles. Hans Wagner (Wien). R a s s o w Peter, Honor imperii. Die neue Politik Friedrich Barbarossas 1152 bis 1159. (Durch den Text des Konstanzer Vertrages ergänzte Neuausgabe.) München, R. Oldenbourg Verlag, 1961. 120 Seiten. Vor mehr als drei Jahrzehnten brachte der im Erscheinungsjahr ver­storbene bekannte Gelehrte zum ersten Mal seine Erkenntnisse über „Die Politik des Konstanzer Vertrages von 1153“ vor dem Forum des Haller Historikertages (1930) zu Gehör und schuf damit die Basis für die vor­liegende Studie. Da jedoch fast gleichzeitig mit diesem ersten Entwurf in den Sitzungsberichten der Wiener Akademie der Wissenschaften (phil.- hist. Kl., Bd. 203, 1930) eine andere Arbeit über das gleiche Thema, H. Zatscheks „Beiträge zur Geschichte des Konstanzer Vertrages von 1153“, erschien, die in den Hauptthesen über den Vertrag und dessen Vor- und Nachgeschichte zu völlig anderen Resultaten gelangte, sah sich R. veranlaßt, seine Auffassung mit der Zatscheks zu konfrontieren und in umfangreiche­rem Material zu verankern. Nach einem Jahrzehnt konnte R. das Ergebnis vorlegen. Aus einer diplomatisch-historischen Untersuchung über einen einzelnen Vertrag war nun eine nach zum Großteil originären Fragestel­lungen ausgearbeitete Studie über „Die neue Politik Friedrich Barbaros­sas“ geworden, ein Werk von relativ geringem Umfang, das trotzdem von dem reichhaltigen Oeuvre R.s den größten Widerhall gefunden hat.

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