Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 14. (1961) - Festschrift für Gebhard Rath zum 60. Geburtstag

MORO, Gotbert: Zur ältesten Originalurkunde im Kärntner Landesarchiv

222 Gotbert Moro Ossiach Anteil; erst nachdem es 1351, Juli 25, den Berg von Landskron mit dem an seinem Fuß gelegenen Gratschach dem Landesfürsten verkauft hatte88) und danach die Herrschaft Landskron entstanden war70), wurde die Fischweide am Ossiacher See geteilt, denn 1436 März 9 bestätigte Herzog Friedrich d. Jung., daß durch die wegen eines Streites zwischen dem Abt von Ossiach und dem herzoglichen Pfleger zu Landskron um die Fisch­weide im Ossiacher See vorgenommene Einvernahme von Priestern, Edlen und Bauern gefunden wurde, es habe ein Pfleger oder Burggraf zu Lands­kron auf dem See nicht weiter zu fischen, als man von der Feste Landskron auf den See sehen kann, wobei es weiterhin bleiben solle71). 2. Die Grenzangaben der Schenkungsurkunde schließen völlig aus, die Grenze vom Gipfel der Görlitzen — sei es über den östlich streichenden Seitenkamm oder sei es von der „Peterlewand“ — zum Felsen von Tiffen zu führen, abgesehen davon, daß dieser dann der äußerste Grenzpunkt gewesen wäre und das dahinter gelegene Land wie Tiffen selbst nicht mehr zum Hofe Treffen gehört hätten. Auf dem Berge Tiffen wird zwi­schen 1050 und ca. 1065 das Erbgütchen eines Freien Heinrich, Schwagers eines Ebo, erwähnt, das jener bedingungsweise der Brixner Kirche schenkt72); 1065/66 vertauschten der Eppensteiner Marquard, seine Gattin Liutpirc und seine Söhne dem Erzbischof Gebhard von Salzburg ihren Teil der Kirche in Tiffen mit dem Kleriker und dessen Beneficium und den Mancipien 73) ; da späterhin die Tiffner Kirche unter dem Patronat des Erzbischofs von Salzburg steht, so wird Gebhard die übrigen Kirchenteile bereits besessen oder von anderen erworben haben74). Der Besitz der Eppensteiner war jedenfalls nur auf diesen Kirchenanteil beschränkt, sonst hätten sie ihn nicht aufgegeben, um damit ein Drittel des Zehents für ihre (benachbarte) Kirche Himmelberg und die Kirchen Treffen, Treffling und Molzbichl samt dem Tauf- und Begräbnisrecht für ihre Leute einzu­tauschen; auch wird von Eppensteiner Untertanen in der Tiffner Gegend nicht gesprochen. Die Eppensteiner müssen daher den Kirchenanteil nicht mit Treffen, sondern von anderswo (vielleicht durch Erbschaft) erhalten haben. Tiffen werden erst die Grafen von Alshausen-Veringen-Treffen erworben haben, vielleicht durch das Erzbistum Salzburg, dessen Erzbischof Gebhard (1060—1088) in diesem Gebiet seine Stiftung Admont be­güterte75), oder Erzbischof Konrad I. (1106—1147), als ein Graf von M) E. M. Lichnowsky, Gesch. d. Hauses Habsburg, Wien 1836—1844, 3, Nr. 1564. 7°) Erl. 1/4, 102 f.; Klebel, Grundherrschaften, S. 40 ff. 71) Kärntner Landesarchiv, Schroll Regesten Ossiach Nr. 171. 78) Mon. Car. III, Nr. 287; Jaksch bemerkt Mon. Car. IV/2, Namenregister „Tiffen“, zu Heinrich: „vielleicht ein Eppensteiner“. 7°) Mon. Car. III und I. Ergänzungsheft Nr. 328. 74) Ebenso J. Obersteiner, Erl. II/8/2, S. 397. 75) Mon. Car. III, Nr. 408; s. dazu auch Nr. 896.

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