Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 14. (1961) - Festschrift für Gebhard Rath zum 60. Geburtstag
MORO, Gotbert: Zur ältesten Originalurkunde im Kärntner Landesarchiv
Zur ältesten Originalurkunde im Kärntner Landesarchiv 223 Abenberg vielleicht mit den Treffner Grafen verwandt76), die sichere Kaisergegner gewesen sind 77). 3. würde es gut zu unserer Grenzführung stimmen, daß unmittelbar östlich der „Peterlewand“ ein wohl kaum jemals mit Treffen in Verbindung gestandener Besitz des Klosters Millstatt lag, der diesem zwar erst 1177 April 6 von Papst Alexander III. bestätigt wird 78), aber nach Erika Weinzierl-Fischer, die ihn auch zutreffend lokalisierte79), auf das Stiftungsgut der Klostergründer Aribo undPoto zurückgeht80), es ist die villa sti. Urbani (St. Urban) mit einer capella. Die beiden Aribonen waren mit der Stifterfamilie von Ossiach verwandt, da ihre Mutter Friederun wahrscheinlich von Reginher, einem Bruder des Grafen Immid, Vaters der Glismod, stammte 81). Vielleicht hatten die Aribonen St. Urban von Glismods Gatten, Graf Ozi I., erhalten oder waren anderswie in der Tiffner Gegend begütert worden, hatte doch z. B. König Otto III. 993 Juli 19 Aribo Königshuben im Gebiet westlich von St. Veit geschenkt82). 4. spricht für unsere Grenzführung, daß der 1436 dem Stift Ossiach verliehene Burgfried, der sich östlich des Landgerichtes Landskron nicht nur auf das Südufer des Ossiacher Sees und bis zum Kamm der Ossiacher Tauern, sondern auch auf das Nordufer des Sees erstreckte, jedenfalls zu dem (seinem Umfang nach nicht beschriebenen) Gericht Tiffen und nach dessen Einbeziehung in das Landgericht Himmelberg (1524) zu diesem gehörte, also nicht zum Landgericht Treffen83). In dem Burgfried gehörten die Ortschaften fast zur Gänze zur Herrschaft Ossiach84), er trennte demnach am Nordufer des Ossiacher Sees völlig das Treffner von dem Tiffner Gebiet, westlich der „Peterlewand“ hat Ossiach, soweit wir den leider nur dürftigen Quellen entnehmen, Besitz erst seit dem 12. Jh. erworben85); 76) S. Anm. 50. 77) Klebel, Grundherrschaften, S. 34, Muffat, S. 557 f. 78) Mon. Car. III, Nr. 1216. 79) E. Weinzierl-Fischer, Gesch. d. Benediktinerklosters Millstatt in Kärnten, Arch. f. vaterl. Gesch. u. Top. 33. Bd., 1951, S. 51 mit Anm. 124; vgl. dazu Klebel, Grundherrschaften, S. 43 mit Anm. 125. — Dazu kommt: 1430 Mai 8 kauft Abt Andreas von Ossiach vom Abt Christoph von Millstatt fünf Güter, vier davon zu „Woglain in dem Dorf“, das 5. ob St. Urbani Kirchen bei unseres Gotteshauses See mit Vorbehalt des Rückkaufrechtes für Millstatt auf zehn Jahre, Kärntner Landesarchiv, Schroll Regesten Ossiach Nr. 166. so) Weinzierl-Fischer a. a. 0., S. 70 f. 81) Jaksch, Gesch. Kämt. I, S. 191. 82) Mon. Germ. DD. Otto III. Nr. 133, S. 544; Jaksch hat die Urkunde weder in die Mon. Car. aufgenommen, noch in seiner Gesch. Kärntens berücksichtigt. — Zur Erklärung der Namen und zur Lage der Orte s. E. Kranzmayer, Die kärnt- nerischen Ortsnamen im Diplom Ottos III. vom 19. Juli 993, Car. I 123. Jg., 1933, S. 31 ff. 83) Erl. 1/4, S. 96, 97 u. 99 ff. 84) Klebel, Grundherrschaften, S. 15 u. 36. 85) Mon. Car. III, Nr. 1373: 1190 Juli 9 bestätigt Patriarch Gothefrid von Aquileja dem Kloster Ossiach Schenkungen seines Ministerialen Pernard von