Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 14. (1961) - Festschrift für Gebhard Rath zum 60. Geburtstag

MORO, Gotbert: Zur ältesten Originalurkunde im Kärntner Landesarchiv

Zur ältesten Originalurkunde im Kärntner Landesarchiv 215 bannes im Jahre 907 untergegangen und sein Besitz an das Bistum Passau gelangt18), denn 993 Jänner 27 bestätigt ihm König Otto III. die Kapelle Otting mit allem Zugehör19) und 1007 April 17 ertauschte König Hein­rich II. von Bischof Christian von Passau das Gut ( predium) Treffen20). 1065/66 erscheint in einem Vertrag zwischen dem Eppensteiner Marquard, dem Sohn des 1035 gestürzten und 1039 verstorbenen Kärntner Herzogs Adalbero21), seiner Gattin Liutpirc und seinen Söhnen mit Erzbischof Geb­hard von Salzburg die Kirche Treffen (Trevena) als Eigenkirche der Eppensteiner, die den dritten Teil des Zehents der Kirche erhält und deren Priester hinsichtlich der Leute Marquards das Tauf- und Begräbnisrecht zugestanden wird 22). 1096 erscheint unter den Zeugen einer Tauschurkunde des Abtes Teuzo von Ossiach zum erstenmal Graf Wolfrad (IV. von Als- hausen-Isny-Veringen; f nach 1116) in Kärnten, der jedenfalls da­mals schon mit Treffen begütert gewesen ist23). Ausdrücklich nennt sich erst sein Sohn (Wolfrad V., t nach 1180) zum erstenmal 1121 Graf von Treffen24). Wolfrads V. (II. von Treffen) und seiner Gattin Hemma, Toch­ter des Grafen Werigand, vor 1130 Vogtes der Gurker Kirche (t ca. 1147), Sohn Ulrich (genannt seit 1155, von 1161 bis zu seinem Tode 1182 als Ul­rich II. Patriarch von Aquileja) war der letzte männliche Sproß des Ge­schlechtes 25); vielleicht auf sein Betreiben vermachte Graf Wolfrad II. von Treffen mit Zustimmung seiner Gattin Hemma das Gut Treffen viel­leicht schon 1163 dem Patriarchat Aquileja26), worauf Herzog Hermann von Kärnten, wohl wegen der strategischen Wichtigkeit des Weges27), insbesondere aber, um sich die Einziehung des zweifellos sehr bedeuten­den Besitzes nach dem Aussterben des Mannesstammes der Treffner Gra­fen zu sichern und so dem Patriarchate Aquileja zuvorzukommen28), 1177 den Kampf um Treffen aufnahm und die Burg — vorsichtshalber von sei­nen Ministerialen — belagern ließ, denen es, ehe noch der von seinen Eltern herbeigerufene Patriarch Ulrich II. mit seinen geringen Kräften ein- greifen konnte, gelang, die Burg einzunehmen29); doch konnte sie der Herzog, obwohl der Patriarch mit seinen zu schwachen Kräften keinen Kampf darum gewagt hatte, nicht lange behaupten, denn schon 1180 Jän­18) Mon. Germ., a. a. O., S. 228. 19) Mon. Car. III, Nr. 177; Mon. Germ. DD. Otto III., Nr. 112, S. 523 f. 20) Mon. Car. III, Nr. 219; Mon. Germ. DD. Heinrich II., Nr. 133, S. 159 f. 21) Mon. Car. III, Nr. 250 u. 256. 22) Mon. Car. III und I. Ergänzungsheft, Nr. 328. 23) Mon. Car. Ill, S. 199, u. IV/2, Stammtafel X. 24) Mon. Car. III, Nr. 605 I. 25) Mon. Car. IV/2, Stammtafel X. 20) Mon. Car. III, Nr. 1061 und S. XXI aber Erl. 1/4, S. 97: „vor 1177“. 27) Darauf verweist A. Jaksch, Erl. 1/4, S. 98. 28) Muff at, a. a. O., S. 564; dazu Jaksch, Gesch. Kämt. I, S. 292 (hier auf Patriarch Ulrich II. zu berichtigen) und S. 311 ff. 29) Mon. Car. III, Nr. 1233.

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