Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 14. (1961) - Festschrift für Gebhard Rath zum 60. Geburtstag

MORO, Gotbert: Zur ältesten Originalurkunde im Kärntner Landesarchiv

216 Gotbert Moro ner 25 bestätigte sie mit Zugehör Kaiser Friedrich I. dem Patriarchate 30). Allerdings gaben die Kärntner Herzoge ihre Bemühungen um den Besitz an Treffen so lange nicht auf, bis sie im 14. Jh. ihr Ziel erreicht hatten und auch die vom Patriachate noch gewährte Oberlehensherrlichkeit auf­hörte 31). Was wir von Ossiachs früher Geschichte wissen, ist gering32). Dieses Benediktinerstift verdankt seine Gründung vor 1028, September/Oktober, dem bairischen Adeligen Ozi (I.) und seiner Frau Glismod, Tochter des Grafen in Engern und Ostfalen Immid und der Sächsin Adela33). Ihre Söhne waren der berühmte Patriarch Poppo von Aquileja und sein Bruder Graf Ozi (II.), dessen Sohn 1060/64 als Vogt des Klosters Ossiach er­scheint34). 1028, September/Oktober, beurkundete Kaiser Konrad II., daß Patriarch Poppo von Aquileja das von seinen Eltern zuerst gegründete und aus der Gewalt seines Bruders Ozi (II.) mit Geld und Gütern gelöste Klo­ster Ossiach seiner Kirche zu einem jährlichen Zins von zwölf Geldstücken unterworfen und die Weihe des von den Mönchen erwählten Abtes durch den Patriarchen festgesetzt hat35 *). Wenn wir nun zu unserer erstgestellten Frage zurückkehren, wann und durch wen die Schenkungsurkunde in das Kloster kam, so ist es wohl zwei­fellos, daß sie nur einer der Besitzer des Hofes Treffen in das Kloster Ossiach gebracht hat. Ankershofen39) hatte wie vor ihm Hermann an­genommen, die Schenkungsurkunde wäre durch Mönche des Klosters Ötting nach dessen Untergang nach Kärnten gekommen, wo diese den ersten Grund zum Kloster Ossiach gelegt hätten 37). Demgegenüber verwies Muffat38) mit Recht darauf, daß die Schenkungsurkunde eher nach Passau, dem das Kloster inkorporiert worden wäre, gekommen, als in Ötting selbst verblieben sei, und 1007 bei dem Übergang Treffens an König Heinrich II. gelangt sein müsse. Das Gebiet von Ossiach wäre aber in dem Hofbereich Treffen in­begriffen gewesen; so suchte er auch den bisher nur legendären Gründer des Klosters festzustellen, den König Heinrich II. mit dem von Passau er­3») Mon. Car. III, Nr. 1264; Stumpf Kaiseruu. Nr. 4297. — Jaksch, Gesch. Kämt. I, S. 320. 34) Jaksch, Erl. 1/4, S. 99 f., und Gesch. Kämt. I u. II (Seitenhinweise im Namenregister unter „Treffen“). 32) Jaksch, Mon. Car. Ill, S. XX f., ders., Gesch. Kämt. I, S. 172. 33) Jaksch, Gesch. Kämt. I, S. 171; Mon. Car. IV/2, Stammtafel XII b. 34) Mon. Car. IV/2, Stammtafel XII b; über Otto Mon. Car. III, Nr. 337, und Jaksch, Gesch. Kämt. II, S. 244 (hier wohl irrtümlich 1065). Erstmals wird Otto 1056 genannt, Mon. Car. III, Nr. 314. 35) Mon. Car. III, Nr. 243 a. 38) Car. 29. Jg., 1839, S. 4 ff.; ders., in Mitt. d. hist. Ver. f. Steiermark 2. Heft, 1851, S. 127 ff., und Hb. d. Gesch. Kämt. II, S. 543. 3") Car. 27. Jg., 1837, S. 66. Hermann schließt aber auch schon die Mög­lichkeit nicht aus, daß die Schenkungsurkunde „durch die späteren Besitzer, die Grafen von Treffen, welche mit dem Eigentum notwendig auch die darauf Be­zug habenden Dokumente übernahmen,“ nach Ossiach gediehen sei. 38) Muffat a. a. O., S. 552 ff.

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