Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 14. (1961) - Festschrift für Gebhard Rath zum 60. Geburtstag

GOLDINGER, Walter: Die Erstlingsschrift des P. Abraham a Sancta Clara

102 Walter Goldinger nomen-omen; cognatione-cognitione; palatium-palladium; pueritia-peritia; vestigia-fastigia; honore-onere; profuit-praefuit; propere-prospere; gra- tus-gratiosus; dilectus-eletcus; magnates-magnetes; nobilem-ignobilem; alsit-arsit; summissimus-submissimus. Dem Namen des Gefeierten entsprechend, sind die eingestreuten Bibel- zitate durchwegs dem Alten Testament entnommen (Genesis 12, 13, 25; Psalm 54). Der Text selbst umschreibt den Lebensgang des Abraham Megerle, ohne allerdings biographische Einzelheiten zu bieten. Es ist von der Geburt im bayrischen Wasserburg die Rede, den Studien in Tirol, der Tätigkeit als Kapellmeister in Konstanz und Salzburg, seiner Erhebung in den Adelstand durch den Musikfreund Kaiser Ferdinand III. Seine Zu­gehörigkeit zum Kollegiatkapitel von Maria Schnee in Salzburg (als „Schneeherr“) und seine spätere Aufnahme in das Kapitel des Marien­heiligtums von Altötting, gibt dem Autor die Möglichkeit, die glühende Marienverehrung seines Helden rhetorisch-dialektisch zu beleuchten: Ardere Salisburgensium nivium medius ferventis instar salis crepitans, visus est Oettingae solemni suo conflagrare. Die Lobrede steigert sich schließlich zur Feststellung: ln utroque summus ... summus in Mariam pietate ... summus in artis musicae cognitione ... Sie klingt aus in den Wunsch: ut Abrahamus musicus vere celeberrimus longas faciat pausas ante nigram mortis notam. Er möge die Jahre Nestors erreichen und ster­ben in senectute bona, provectae aetatis et plenus dierum (Gen. 25). Gott der Allmächtige möge ihn aufnehmen, gloria sit deo et eius genetrici Mariae virgini lla). Eine Seite der Epitome zeigt in einem Lorbeerkranz das Wappen des Gefeierten, naturgemäß im Schwarz-Weißdruck: einen gevierteten Schild, in dessen erstem und viertem Quartier eine auf einem Berg stehende Kirche mit Turm erscheint. Im 2. und 3. Quartier befindet sich die Gestalt eines halben Mohren, der in der Rechten einen Zirkel vor sich hält. In der Epitome elogiorum stellt der Verfasser einen Zusammenhang mit der schwarzen Muttergottes von Altötting her, wozu allerdings zu bemerken ist, daß im Zeitpunkt der Verleihung des Wappens Abraham Megerle noch nicht Kanoniker von Altötting war, sondern diese Stelle erst anstrebte. Darauf wird noch zurückzukommen sein. Auch der Hut, der das Wappen überhöht, gehört nicht zur ursprünglichen Form, sondern versinnbildlicht die Würde eines päpstlichen Protonotars, die Abraham Megerle noch vor 1662 erworben hat12). Soviel in kurzem über Text und Inhalt der Epitome elogiorum. Theodor lla) Durch Hervorhebung der Majuskeln LIIDIVIICIMIVIII entsteht ein Chronogramm für 1670. Werke von Abraham a Sancta Clara 3, 463. !2) Hanns Albert, Leben und Werke des Komponisten und Dirigenten Abraham Megerle (1607—1680). Münchener Dissertation 1927, 34.

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