Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 13. (1960)

PILLICH, Walter. Kunstregesten aus den Hofparteienprotokollen des Obersthofmeisteramtes von 1637–1780

592 Literaturberichte werden. Eine kritische Würdigung ist dem Referenten, der keine Spezial­kenntnisse in diesem schwierigen Themenkreis aufweist und auch über die Möglichkeit einer Autopsie der Quellen, die allein eine Beurteilung der Thesen Bocks möglich machte, nicht verfügt, versagt. Es sei daher nur das Endresultat kurz angeführt, das sich mit den bisherigen Auffassungen Bocks in der Frage der päpstlichen Registerführung deckt: Auf Grund der Reorganisation der päpstlichen Verwaltung durch Cencius Camerarius wurde nach 1188 die Kammer die bedeutendste Behörde der Kurie. Durch die Beamten der Kammer wurden alte Rechte schriftlich festgehalten, eine Tätigkeit, die während des Pontifikats Innozenz’ III. zur Anlage dauer­hafter Kodizes mit grundsätzlichen Entscheidungen dieses Papstes führte. Die Fortsetzung der Sammlungstätigkeit durch dieselben Personen unter den unmittelbaren Nachfolgern Innozenz’ III. auf dem päpstlichen Thron machte daraus eine Dauereinrichtung bis unter Bonifaz VIII., wobei der Anteil der kúriaién Kanzlei ein geringer war. — H. Klein berichtet über „einen Salzburger Prozeß von 1423 um eine niederbayerische Urkun­denfälschung“ (Seite 76—83), in dem zur Grundlage von Zahlungsforderun­gen an den Erzbischof durch den niederbayerischen Ritter Perndl Mauers­öder eine unmittelbar vor 1423 gefälschte Urkunde mit dem angeblichen Datum 1375 VII 11 diente. — Aus dem Anlaß des 350. Todestages des Kartographen Christoph Vogel beschäftigt sich A. Scherl mit der von ihm entworfenen „Pfalzneuburgischen Landesaufnahme unter Philipp Ludwig“ (Seite 84—105). — Über „die Familienstiftung Carpzov und ihr Senioratsarchiv“ handelt H. Schieskel. Dieses Archiv einer bürger­lichen Leipziger Familie, das seit 1958 im sächsischen Landeshauptarchiv Dresden verwahrt wird, verdankt seine Entstehung einer Stipendien­stiftung für Familienmitglieder im Jahre 1664, von denen jeweils der doku­mentarische Nachweis ihrer Familienzugehörigkeit erbracht werden mußte (Seite 106—115). Archivtechnik: H. 0. Schömann macht mit den „Kühnschen Verfahren zur Konservierung von Siegeln aus Blei“ bekannt, das mit Titriplex III der Firma E. Marek, Darmstadt, durchgeführt wird und sich allen bisher angewandten Methoden überlegen erwiesen hat. Nachrufe: Josef Friedrich Abert (1879—1050), Archivdirektor in Würzburg bis 1936, Mitarbeiter am deutschen historischen Institut in Rom (Seite 119, F. Bock). — Camillus W a mp ach (1884—1958), Direktor des Staatsarchivs Luxemburg, Honorarprofessor an der Univer­sität Bonn (Seite 120—121, Aloys Schmidt). Den Abschluß bilden wie gewohnt Besprechungen (Seite 122—147), Zeitsehriftenbericht (Seite 148—200) und eine Übersicht über Neuerschei­nungen, zusammengestellt von E. Kunért (Seite 201—212). Otto Friedrich Winter (Wien). Archivum. Revue Internationale des Archives, publiée sous les auspices de l’UNESCO et du Conseil International des Archives. Vol. VIII/1958, Paris 1959, VIII., 197 Seiten. Der weit überwiegende Raum des Abhandlungsteiles (Seite 3—116) ist Aufsätzen über die Führung der pfarrlichen und zivilen Personenstands-

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