Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 13. (1960)

PILLICH, Walter. Kunstregesten aus den Hofparteienprotokollen des Obersthofmeisteramtes von 1637–1780

576 Literaturberichte beim Kurfürsten eine Klärung und Regelung der ökonomischen Lage zu erreichen. Der Autor gab sich vor allem große Mühe, die Personalien der Mit­glieder der Priesterg’Seilschaft zusammenzustellen. Er bringt Listen der französischen und trotz der Kürze der Zeit sehr zahlreichen deutschen Patres und charakterisiert die Ordensmitglieder in den gehobensten Stel­lungen. Das Erbe, das sie von den Jesuiten übernommen hatten, war kein geringes: das bischöfliche Alumnat, Gymnasien, das Collegium Carolinum in Heidelberg, das einen großen Ruf genossen hatte — wo jetzt auch P. Zimmermann mit Erfolg arbeitete — ferner ein ordenseigenes internes Seminar, schließlich zahlreiche Außenposten. Dieses Erbe war wohl zu groß, um von Fremden plötzlich angetreten werden zu können, die Zeit auch zu kurz und zu ungünstig, um die Bewährungsprobe zu liefern. Als der wirklich große, führende Mann, P. Saligot, in jungen Jahren plötzlich starb, „erlosch“ der Orden der „Priester der Mission“, wie sie sich richtig nannten, in der Pfalz, nachdem er im Mutterland gewaltsam ausgerottet worden war. Der Autor hat sich mit dem liebevollen Zusammentragen vieler Details ein großes Verdienst erworben. Er legt sie mit großer Bescheidenheit hier vor, und läßt die Tatsachen sprechen, ohne auf die Gestaltung des Stoffes viel Gewicht zu legen. Das Buch hätte gewiß an Wirkung gewonnen, wenn das Erarbeitete zusamengefaßt und eine abschließende Beurteilung des Autors gegeben worden wäre. Auf jeden Fall ist ihm gelungen, was er angestrebt hat: die Lazaristen in ihrem ehrlichen Streben zu rehabilitieren und damit zu zeigen, wie sehr und auf wie lange ein historisches Urteil herrschen kann, das aus einer von Haß und Rachsucht genährten Quelle stammt. Anna C o r e t h (Wien). Quellenwerke Linzer Regesten. Herausgegeben von den städtischen Sammlungen Linz, Schrift­leitung Hans K r e c z i. Linz 1952 ff. Linzer Regesten aus dem Stadtarchiv Linz, Kaufbriefe, bearbeitet von Dr. Georg Wacha (Linz). XVI, 216 Seiten, Linz 1960 (Reihe B I C, 1). Linzer Regesten aus den Landschaftsakten im oberösterreichischen Landesarchiv, bearbeitet von Dr. Hertha A w e c k e r (Linz). Band 24,264 Seiten, Linz 1958, Band 25 und 26, 222 bzw. 258 Seiten, Linz 1959, Band 27, 28 und 29, 290 bzw. 244 und 276 Seiten, Linz 1960 (Reihe B II A, 24 — 29). Linzer Regesten aus dem Stiftsarchiv Kremsmünster, bearbeitet von Fanny N e- wald und Wilhelm Rausch (Linz). Band 5, 260 Seiten, Linz 1960 (Reihe B VI 5). Linzer Regesten aus dem Stadtarchiv Wels, bearbeitet von Hertha Awecker (Linz), Herta Eberstaller (Wels), Friederike Grill (Wels), Erich Hillbrand (Wien), Walter Lug er (Lambach), Gilbert Trathnigg (Wels), Georg Wacha (Linz), Band 1 und 2, Seite 1—318 und 319—580, Linz 1960 (Reihe B VII, 1, 2). Linzer Regesten aus dem Starhembergischen Archiv, Handschriften, bearbeitet von Dr. Erich Hillbrand (Wien). Band 1 und 2, Seite 1—304 und 305 bis 584, Linz 1960 (Reihe B II K, 1, 2).

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