Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 12. (1959)

SPRUNCK, Alphonse: Zwei österreichische Forschungsreisen aus der Zeit Josephs II.

422 Alphonse Sprunck Der K. Herr Consul Carli gab sich viele Mühe, alles mögliche zu thun, allein da hier die Gelegenheit versäumt worden, erbot sich Herre Hope nach London zu schreiben, wo noch ein Schwedisches Schiff seyn soll, wel­ches nach dem Cap, oder St. Helena seglen wird, wan dasselbe nicht zu eyligst abgehet, und wir noch zu rechter Zeit dahin kommen können, ausser­dem versichert man uns hier algemein, das wir bis Aprill, oder May warten müssen. Ich bitte gehorsamst um fernere Verhaltungs Befehle. Euer Hoch Gräflichen Excellenz Franz Boos. Carli schrieb an demselben 22. Dezember an Belgiojoso, weitere Schiffe der ostindischen Gesellschaft würden in zwei oder drei Monaten aus hol­ländischen Häfen abfahren. Der bevollmächtigte kaiserliche Minister er­suchte Mercy-Argenteau, durch Vermittlung von Brantsen eine Reise­erlaubnis der Generalstaaten für Boos und Scholl zu erlangen. Auch den kaiserlichen Gesandten in London hatte Belgiojoso beauftragt, sich zu er­kundigen, ob keine Schiffe aus britischen Häfen die beiden Forscher nach ihren Zielen bringen könnten. Vorläufig hatte er ihnen verboten, Amster­dam zu verlassen. Carli schrieb am 30. Dezember an Belgiojoso, für Boos und Scholl sei es vorteilhafter, dort die Erlaubnis der Generalstaaten abzuwarten. Am 19. Jänner 1786 schrieb Boos folgenden Brief an den bevollmächtigten Minister: Hochgebohrener Reichs Graff! Gnädigster Herr! Das gnädige Schreiben von Euer Excellenz erhielt ich bey dem kayser­lichen Consul Carli, wie auch die zwey vorhergehenden von Herrn v. Reus überschückten samt einem Einschluss vor Isle de France, zugleich habe die Ehre unterthanigst zu berichten, dass ich ehegestern mit dem K. Herrn Consul Carli bey dem Advocat Fiscal Boers ware, welcher versichert, das wir die Erlaubnis deren Herrn General Staaten sicher erhalten werden, das dieselben die Sache an die Kammer von Amsterdam übergeben hätte, welche gestern an die Kammer von Horn geschrieben, um uns auf dem dorthin gehörigen, und in dem Texel liegenden Schiff Holland eine Passage nach dem Cap zu erlauben, solte aber auf demselben kein Platz mehr seyn, musten wir das Früh Jahr abwarten. Es sind schon drey Wochen das ich mit dem Capitain des gedachten Schiffes Bekantschaft gemacht habe, welcher mir anrieth, selbst sogleich nach Horn zu gehen, um bey denen Bewindhabern seines Schiffes die Plätze vor uns zu besorgen, allein die Herrn allhier Hessen dieses nicht geschehen, sagend, das ohne vorhero erhaltene Erlaubnis deren Herrn Staaten nichts ausgemacht werden könte. Ich hoffe doch, dass durch die unermüdliche Sorgfalt des kayserlichen Con­suls Carli eine baldige Entschliessung erfolgen werde. Bey Hope et Comp, habe ich zu unserer Beköstigung die Summe von

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