Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 12. (1959)
SPRUNCK, Alphonse: Zwei österreichische Forschungsreisen aus der Zeit Josephs II.
Zwei österreichische Forschungsreisen aus der Zeit Josephs II. 423 zweyhundert Gulden aufgenommen, mit welcher, wan unser hiesiger Aufenthalt nicht alzu lang seyn wird, ich durchzukommen gedenke. Verbleibend Eurer Hoch Gräflichen Exeellenz Unterthänigster Diener Franz Boos. Carli selbst hatte in einer Unterredung mit dem Advokaten Boers die Versicherung erhalten, die Generalstaaten hätten dem Rat der ostindischen Gesellschaft in Seeland die Entscheidung überlassen, ob die Österreicher eines ihrer Schiffe für ihre Forschungsreise benutzen dürften; dieser Rat hatte sie dem von Amsterdam überlassen, der seinerseits den von Hoorn mit der Angelegenheit betraut hatte. Carli erwartete zwar eine günstige Antwort in den nächsten Tagen, obwohl Boers ihm mitgeteilt hatte, der Kapitän, der sich erboten hatte, den Österreichern die Hälfte seiner Kabine zu überlassen, habe wahrscheinlich kein Recht dazu. Für die Geldsachen hatte Begiojoso der Bank Hope schon Anweisungen gegeben. Am 26. Jänner konnte Carli nach Brüssel melden, daß die ostindische Gesellschaft beiden Forschern erlaubt hatte, eines ihrer Schiffe für ihre Reise zu benutzen. Boos sollte gleich am folgenden Tage nach Hoorn reisen, um Formalitäten zu regeln und sich mit dem Schiffskapitän wegen der Fahrt zu einigen. Am 2. Februar schrieb er folgenden Brief an Belgiojoso: Hochgebohrner Reichs Graf! Gnädigster Herr! Euer Exeellenz habe die Ehre unterthänigst zu berichten, das wir nach vieler Mühe und besondere Vorsorge des kayserlichen Consuls Carli endlich von denen Herrn Generall-Staaten und Directeurs der O. I. Kompagnie die Erlaubnis erhalten haben auf dem Schiff Holland mit Capitain Jansen nach dem Cap zu gehen. Diese Herrn hielten vor das beste, das ich sogleich nach Horn gehen solle, um mit denen Bewindhabern des gedachten Schiffes zu sprechen, welches icht nebst meinen Reisegefährten in Gesellschaft des Capitains gethan, auch auf nochmaliges Ansuchen einen Platz auf ihrem Schiff erhalten habe. Nun sind wir auf Anrathen dieser Herren beschäftiget, die nötige Schiffs Provision (welche wir ausser der von je Persohn erlegte 120 Gulden Tischgeld) grösstentheils selbst anschaffen müssen. Den in Brüssell erhaltenen Wechsell Schein von tausend hiesigen Gulden habe gestern im Hause bey Hope vollends erhoben, und glaube die Reise bis Cap samt denen hiesigen schon gehabten Zehrungs Ausgaben damit bestreiten zu können, besonders da Herr Consul der Meynung ist, das wir ausser der Kost freye Passage erhalten werden. Die nötige Geld Anweisung werd in wenigen Tägen in dem Hause Hope empfangen, und da das Schiff meistens schon voll geladen ist, hoffen wir bald abreisen zu können. Die Herren Carli hatten noch die besondere Freundschaft mich zu dem Herren Graffen v. Raineval zu führen, von demselben erhielt ich ein sehr gütiges Empfeh-