Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 11. (1958)

BLAAS, Richard: Das kaiserliche Auditoriat bei der Sacra Rota Romana

62 Richard Blaas lassen wollen, ehe Euer kais. Maj. ich habendes schreiben übergebe, noch­mals deren gnedigsten willen und meynung hierüber unterthänigst zw ver­nehmen, dieweil sonderlich obbesagter Rembold in optima forma commendirt ■.. und mir weilen ich alhir bin durch dem oratores und agenten mündlich recommendirt worden ... über das offtbesagter Rembold in das drey- zehende fahr in Curia, studio juris und practica Rotae sehr wohl versiert und alß per omnia pro magis habili von allermänniglich erkennt würdt ... stehet also bey E. kais. Maj. gnedigstem gefallen, ob Sy mit einem neben- brieflein mehr besagten Remboldum, Allein, Ihrer Heyligkeit fürschlagen oder aber mir ein solches mündlich zuthun gnedigst anbefehlen wolten, meines erachtens (jedoch ohne alle maßgebung) were es besser, daß es durch schreiben geschehe100). Die Antwort des Kaisers erfolgte prompt und erwähnte den Ternovorschlag nicht mehr, sondern lautete: placet Nobis, ut Remboldus praeferatur Nostroque nomine nominetur 101). Damit war die Unsicherheit bezüglich des kaiserlichen Ernennungsrechtes be­seitigt und eine Schmälerung der kaiserlichen Prärogative, die leicht nicht vorauszusehende Folgen hätte haben können, abgewendet. Johann Baptist Rembold präsentierte das päpstliche Motu- proprio der Rota am 4. März 1613102). Rembold entstammte einer an­gesehenen Augsburger Patrizierfamilie, hatte, wie es für einen Rotarichter ja Voraussetzung war, beide Rechte studiert und in Perugia 1607 promo­viert und ein Jahr später die Weihen empfangen103). Wie sehr Rembold sich durch seine Tätigkeit an der Rota und in den kirchlichen Angelegen­heiten des Reiches hervorgetan, wird aus dem Empfehlungsschreiben ersichtlich, das sein Gönner, der Bischof von Bamberg und Würzburg, Gottfried von Aschhausen, 1621 an den Kaiser richtete und in dem er Ferdinand II. bat, Rembold als kaiserlichen Kandidaten für die nächste Kardinalspromotion zu nominieren 104). Gregor XV. hatte bald nach seiner Wahl einige Kardinalsernennungen durchgeführt und es war zu erwarten, daß auch auf Vorschlag der katholischen Höfe einige Erhebungen gewährt werden würden. Aschhausen eröffnete dem Kaiser, daß der Papst unlängst einige Kardinäle motu proprio creirt und sei entschlossen uf kais. Maj. auch anderer christlicher König gebührendes Nominiren unnd ansuchen auß verschidlichen Nationen noch mehr persohnen mit solicher dignitet zu begnaden. Der Bischof hat gehört, daß sich um diese nominatio pro imperio et regno Germaniae etliche ausländische vornehmen Standes zwar aber doch 10°) 1. c. 101) 1. c. Matthias an Aschhausen ddo. Wien, 19. I. 1613. 102) Cerchiari, a. a. O., vol. II, nr. 463. 103) Schmidlin, Anima, S. 474. Rembold war der Sohn des Augsburger Patriziers Christoph Rempold und der Juliana Welser; L. C. pag. 204: Joh. Bapt. Remboldus I. U. D. et eccl. Collegiatae s. Andreae Frisingensis praeposi- tus. 23. Sept. 1609. 104) St. K. Rom, Varia Fasz. 5, Bischof von Bamberg und Würzburg an Ferdinand II., ddo. Frauenberg, 9. Juni 1621.

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