Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 11. (1958)

BLAAS, Richard: Das kaiserliche Auditoriat bei der Sacra Rota Romana

Das kaiserliche Auditoriat bei der Sacra Rota Romana 63 Ausländer bewerben. Wann dann, (wie ich außer allen zweifei setze) E. kais. Maj. selbst allergnedigst ermessen werden, zue was verklainer- lichen Despect dieses der gantzen hochlöblichen Teutschen Nation geraichen würde ... und ich bei mir erwege, mit was reputation herr Johann Baptista Remboldt nicht allein nun etztliche Jahr lang dass Auditoratum Rotae Romanae versehen, sonder auch mit waß merklicher discretion er die uf jungst zu Regensburg in Anno 1613 gehaltenen Reichsconvent erregte difficulteten mit meniglicher contento pescirt ... habe ich ersuchen und bitten wollen ... zue gutem gelaister diensten und unser teutschen Nation zue sonderbaren Ehren Rembold zum Kardinalat vorzuschlagen 104). Die Empfehlung des Bischofs und seine Berufung auf das gemeine Vaterlandt und die Ehre der deutschen Nation war bei Ferdinand II. wirkungslos, denn am 5. September 1622 wurde auf seinen Antrag hin Ottavio Rodolfo ins Heilige Kollegium auf genommen105 *). Daß das Eintreten des Bam­berger Bischofs für Rembold auf wirkliches Verdienst gegründet war, geht daraus hervor, daß noch ein zweites Mal und zwar diesmal von Erzherzog Leopold Wilhelm der rote Hut für den kaiserlichen Auditor erbeten wurde, als unter dem Nachfolger Gregors XV., Urban VIII., neue Kardinalsernen­nungen zu erwarten waren108). Die 1625 noch einmal eingeleiteten Be­mühungen um eine Erhebung Rembolds waren wieder vergeblich. Bevor noch weitere Schritte in dieser Richtung unternommen werden konnten, erlag der kaiserliche Auditor erst fünfzigjährig einem tückischen Fieber und wurde bei seinen Amtskollegen in der Animakirche zur Ruhe gebettet107). i°5) pastor, Geschichte der Päpste XIII/1 (Freiburg 1928), S. 70 f. loe) St. K. Rom, Varia Fasz. 6, Erzherzog Leopold Wilhelm, Bischof von Straßburg und Passau an Ferdinand II. Ensisheim, 28. Febr. 1625. Wan ich also hersider sovil vernimb, daß wie gar auch in dessen andere und theils Italienische subjecta benanndt, jedoch seinethalben daß geringste erfolget und ich von disen Remboldo sein contento umb sovil lieber gönden möchte, daß er nit allein seiner geschicklichkeit, guether qualitäten und eyfers halb wol bekhant, nunmehr dem autitorate etliche jahr lang mit allermeniglich guetem contento und gemein sonderbaren lob und guethen nahmen abgewarth und zuemahlen auch E. kais. Maj. angebomer underthan und wie Er dahero der promotion sich vor andern zu versehen, also ihme umb soviel mehr zue schaden und ungleicher nachredt geacht, daß er umbgangen und gleichsamb ob Er der nomination nit würdig von seinen widerwertigen angesehen würdet. 107) Doppo l’infirmitä di pochi giorni mercordi nőtte Msgr. Ramboldo se ne passd a miglior vita, con dispiacere universale di questa corte, dove ha vissuto con laude di molto valore et integrita, havendo fatto honore a se stesso et alia natione et professattosi sempre divotissimo alia M. V.-S. B. et il Sig. Card. Barberini mi hanno detto, che staranno aspettando, che da V. M. sia nominato il successore al luogo della Rota, con desiderare, che la M. V. C. voglia avere in considerazione di nominar sog gettó, che öltre le virtü e Vhabüita, havendo anco qualche notizia e prattica delle cose della Corte qui.“ St. K. Rom, Berichte Fasz. 47, Savelli an Ferdinand II., ddo. Rom, 21. Nov. 1626. — Schmidlin, Anima, S. 498.

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