Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 8. (1955)

BLAAS, Richard: Die Gedächtniskapelle in Queretaro und die Wiederaufnahme der diplomatischen Beziehungen zwischen Österreich-Ungarn und Mexiko

Die Gedächtniskapelle in Queretaro 219 schließlich doch seine prinzipielle Forderung nach Erwerb des Kapellen­grundes durch die Regierung und die umfangreiche absolute Wahrung ihrer Umgebung durchdrang. Am 19. Dezember kam endlich ein Vorvertrag zu­stande, in dem Jimeno den Kapellengrund mit einem 10 Meter breiten Grundstreifen um die ganze Kapelle der Regierung um 17.000 Pesos ver­kaufte und für sich und seine Rechtsnachfolger das Servitut des Bauver­botes auf dem Plateau des Cerro und dessen ganzen Ostabhanges auf sich nahm. Der endgültige Kaufvertrag wurde am 29. Januar 1908 rechtskräftig abgeschlossen 103).Das Kirchlein und seine nächste Umgebung waren hiemit endgültig in ihrem Bestand gesichert. Es sollte fortan, „soweit das Auge des vor der historischen Stätte Stehenden reicht — nach menschlicher Voraussicht — nie eine Baulichkeit welcher Art immer den Cerro de las Campanas verunstalten“ 104 *). Der Kauf war abgeschlossen worden zwischen der mexikanischen Regierung und dem Grundbesitzer Jimeno, von einer Schenkung des Kapellengrundes an die k. u. k. Regierung oder Gesandt­schaft war in den letzten Verhandlungen keine Rede mehr. Die Gedächtnis­kapelle in Queretaro war zu einem mexikanischen Nationaldenkmal wider Willen geworden. In der Note des mexikanischen Außenministers vom 30. Jänner 1908 los), mit der die k. u. k. Gesandtschaft offiziell vom abgeschlossenen Kauf unter­richtet wurde, erklärte die Regierung, daß sie den Grund der Kapelle so wie diese selbst zu vollem Eigentum erworben habe und daß letztere als Nationalgut fortab durch den Bundesvertreter in geziemender Weise ver­waltet werden wird und daß der Gesandtschaft das Recht Vorbehalten bleibt, in der Kapelle nach wie vor Seelenmessen lesen zu lassen, sie mit Exvotis und Kränzen zu schmücken und etwaige sonstige Handlungen der 103) Ebenda, Kaufvertrag: Notaria Publica Nr. 47 y de Hacienda. Lie. Manuel Borja Soriano. Copia simple de la escritura de venta otorgada por el Senor Don Santiago R. Jimeno en su proprio nombre y como adoperado de la Senora su esposa Dona Paula Gomez de la Cortina de Jimeno. en favor del Supremo Go- bierno representado por el Senor Tesorero General de la Federacion Don Javier Arrangoiz. Mexico. Die wichtigste Bestimmung, die der k. u. k. Gesandte durch­gesetzt hatte, ist enthalten in Punkt fünf des Kaufvertrages: Quinta. El vendedor se compromete ä que ni por el ni por sus succesores se haga construccion de ninguna clase en la cima o plataforma dei Cerro, asi como tampoco en toda la falda o vertiente oriental del mismo . .. (Beilage zu Bericht nr. 6 vom 6. Fe­bruar 1908). 104) Pol. Arch. XXXIV/9 a. a. O. Bericht vom 6. Februar 1908. 103) Beilage zu Bericht vom 6. Febr. 1908. „El Gobierno Federal ha adquirido la plena propriedad dei terreno y la Capilla mencionada, cuya administracion quedará a cargo, como en general la de todos los bienes nacionales, de la Secre­taria de Hacienda. Esta, por medio del representante de la Hacienda Federal en el Estado de Querétaro, reglamentará convenientemente la administracion y uso de la Capilla y la Legacion de S. M. Imperial podrá . . . adornar la capilla con coronas florales y ex votos, ordenar se digan en ella misas y se practiquen todos los actos religiosos acostumbrados.

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