Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 6. (1953)

REGELE, Oskar: Hofrat Oberstaatsarchivar Dr. Eduard Czegka (1887–1953)

Hofrat Oberstaatsarchivar Dr. Eduard Czegka (1887 — 1953) Wenige Monate nach dem wegen Erreichung der Altersgrenze erfolgten Ausscheiden aus dem aktiven Dienst des Österreichischen Staatsarchivs starb Hofrat Dr. Eduard Czegka in Wien am 19. 6. 1953. Als Sohn des k. k. Bergrates Rudolf Czegka in Wien am 17. 11. 1887 geboren, besuchte Dr. Czegka nach abgeschlossenen Gymnasialstudien die Universität Graz, promovierte 1913 zum Dr. phil. und trat in die Dienste der steiermärkischen Landesbibliothek. Unterdessen genügte er seit 1906 seiner militärischen Wehrpflicht bei den Infanterieregimentern 7 (Graz), 54 (Plevlje und Olmütz) sowie 49 (Brünn) und als 1914 der Krieg ausbrach, rückte er als Leutnant mit den „Hessern“ ins Feld, machte mehrere Feldzüge gegen Rußland und Italien mit, wurde dreimal verwundet und erhielt das Militär­verdienstkreuz und zweimal die Verdienstmedaille mit Schwertern. Noch während des Krieges zum Berufsoffizier übersetzt und zum Hauptmann befördert, trat Czegka 1920 in das Österreichische Bundesheer ein, welchem er dann bis 1934 im Verbände des 5. Infanterieregimentes angehörte. Seit 1925 als Major der kriegsgeschichtlichen Abteilung des Kriegsarchivs zu­geteilt, absolvierte er das Institut für österreichische Geschichtsforschung, bearbeitete dort als Hausarbeit „Die anonyme österreichische Chronik von 1454-1467 — eine quellenkritische Untersuchung“ und wurde a. o. Mit­glied des Institutes (XXXV. Kurs 1925/27). Diese historischen Studien waren die Grundlage für die Ernennung zum Staatsarchivar 1. Kl. im Jahre 1934, der später die Beförderung zum Oberstaatsarchivar und die Verleihung des Hofrat-Titels folgten. In den 27 im Archiv verbrachten Dienstjahren war Dr. Czegka seit 1940 auch Vorstand der Abt. 4 (Österr. Bundesheer), seit 1949 Vorstand der Abt. 3 (Zentralstellen und Schulen) und zeitweise auch der Abt. 2 (Feldakten). In die Jahre 1945—1952 fielen die umfangreichen Nachkriegs-Ordnungsarbeiten, wie die Rücklagerungen des auswärts geborgenen Archivgutes, die Rückstellungen an das Ausland, die Neuordnung zerstörter Archivkörper und die Skartierungen, an denen Eduard Czegka mit großer Umsicht, Sachkenntnis und Gewissenhaftigkeit mitgewirkt hat. Auf wissenschaftlichem Gebiete müssen folgende Leistungen hervor­gehoben werden: die Mitarbeit in der kriegsgeschichtlichen Abteilung des Kriegsarchivs am österreichischen Generalstabswerk „Österreich-Ungarns letzter Krieg 1914—1918“, namentlich an dessen Abschnitten über die Feldzüge gegen Rußland 1916 und Rumänien 1916, die Mitarbeit an den Militärbiographien für das „Österreichische biographische Lexikon“ der Akademie der Wissenschaften und an der Verfassung der Biographien öster­reichischer Militär-Historiker, ferner die Bearbeitung einiger Kapitel

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