Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 6. (1953)
AUER, Erwin M.: Die „Medaille“ der Bocholtz-Stiftung im Deutschen Ritter-Orden
182 Erwin M. Auer abgedruckte Rechnung Schlüsse ermöglichen. Aus den erhaltenen Akten kann die Anfertigung zweier solcher Medaillen nachgewiesen werden. Das eine Stück wurde auf Kosten des Hoch- und Deutschmeisters Johann Caspar von Ampringen angefertigt und war in seinem Namen am 31. August 1668 dem ersten Marschall feierlich umgehangen worden; die äußere Form dieses Abzeichens stimmte sicherlich mit der Beschreibung im Stiftbrief und mit unserer Abbildung 3 überein. Aber auch Bocholtz wollte als Stifter eine Medaille beisteuern und so ließ er ein mit Edelsteinen besetztes Stück herstellen. Die Rechnung hiefür hat sich erhalten 106): La Medaille and La Croix pdisse — 17 esterlens 107) moins — 5 — grain quy port 53 f 18 souz La facon — k pattacons 108) 16 f Linos o hue croix bug an den 7 f Somma 76 f 18 souz 109 *) Unter der Rechnung finden sich von Bocholtz’ Hand noch folgende Notizen: payé a Mr. stocks le 10 7bre 1668 par moy — 19 Rlno) und daneben donné cette medaille entourrée de Rubins, turcoises et diamants á Mr. de Rochouu’ le lOme 7bre 1668 pour porter en ma memoire pour soy et ses successeurs marechaulxs au Balliage des Jones. Bocholtz G(rand) C(om- mandeur). Während das erstgenannte vom Hoch- und Deutschmeister verliehene Stiftungsabzeichen später nicht mehr erwähnt wird, finden sich für die steinbesetzte Medaille noch zwei weitere Notizen des Landkomturs auf dem vorerwähnten Rechnungszettel und zwar zuerst: Notandum qu’au retour de francé dudt Baron De Rochouu, cette medaille ne s’est. pás retrouuée Van 1671, und später noch hinzugefügt: madame sa femme ma chere Niepse l’at retrouué au secré de Veseribane noir le .... de Van 1679 á Aldenbiesen. Dieser Nachtrag ist zugleich die letzte bisher nachweisbare Erwähnung eines Originals der Medaille. Der Stiftbrief legt die jederzeit bloße vnd öffentliche Trageweise unserer Medaille am Halß hangend fest. Zum Tragen dürfte ein schwarzes Band oder eine schwarze Schnur verwendet worden sein. Daß diese Medaille nicht mit dem Ordenskreuz der Ritter verwechselt werden darf, wurde in den Ordensakten ausdrücklich betont111)- Die 106) Dieser Rechnungszettel liegt in der Translatio Latina 1668—1671 zwischen fol. 19 und 20 ein (Fasz. Marschallstiftung, Pergamentlibell). 107) Esterling, eine flämische Gewichtseinheit von 1'538 gr (freundliche Mitteilung des Univ.-Dozenten Dr. Eduard H o 1 z m a i r, der in kollegialer Weise der Interpretation dieser Rechnung seine Unterstützung lieh). 108) Über Patagons vgl. oben Anm. 57. —• Es ergibt sich für 1668 folgende Relation: 4 pat. = 16 fl., 1 pat = 4 fl. 109) und no) Es ergibt sich ferner für 1668 noch folgende Relation: 76 fl 18 souz = 19 Reichstaler, 4 fl = 1 Reichstaler. m) Bericht des Landkomturs Schönborn, Maastricht, 1715 März 2 (Ritterakten, B 32, No. 163, fol. 2).