Domanovszky Sándor: József nádor iratai III. 1807-1809. (Budapest, 1935)
1809 Január-Május
Hungarn Bezug habenden Anstalten gnädigst bis gegen das Ende des Monaths suspendiren zu wollen, da es wegen obbenannten Umständen gar nicht mögl[ich], daß die Befehle bey Zeiten an Ort und Stelle gelangen und die nöthigen VorbereitungsAnstalten getroffen werden können. Hier in Ofen ist der Eisstoß vorgestern Kachmittag, nachdeme er über ein Monath fest gestanden und das Wasser beträchtlich] gestiegen, abgegangen und hat sich bis heute früh, ohne beträchtlichen] Schaden zu verursachen, gäntzl[ich] verlohren. Desto mehr Schaden, befürchte ich, wird das ausserordentlich hohe Wasser, welches nun 1 Schuh unter dem Stande von 1775 ist, verursachen. Seit vorgestern ist Alt-Ofen, das Neustift, der größte Theil der Wasserstadt und Raitzenstadt dergestalt unter Wasser, daß man in denen Hauptgässen mit Schiffen fährt. Bis jetzt hört man von keinem Unglücke, bis auf einem Gebäude, welches einstürtzte und 13 Menschen beschädigte, wobey aber nur einer ums Leben kam und 1 Soldaten, der ertrunken. Die Innwohner haben alle Ihre Habseeligkeiten bey Zeiten gerettet und sind auf 8 Tage mit Lebensmitteln versehen. Ich habe selbst den größten Theil zu Schiffe befahren und hoffe, es werde diesesmahl ausser der Feuchtigkeit und der Unreinlichkeit, die das Wasser in denen Wohnungen zurückläßt, kein weiterer Nacht heil erfolgen. Nach Pesth kann man wegen der Schnelle und Höhe des Wassers, dann dem noch schwimmenden dichten Treibeise mit Mühe kommen, doch wäre ich gestern daselbst. Das Wasser ist dort nur in denen tiefern Gassen der Stadt gedrungen und hat bis jetzo noch keinen sichtbaren Schaden verursachet, auch sind alle möglichen Anstalten zu Verhütung jedes Unglückes getroffen. Nach meiner traute sich gestern keiner hinüber, da das Wasser noch gestiegen und ein Schiff, welches dahin fuhr, von dem Eise zertrümmert wurde. Trauriger lauten die Nachrichten von denen obern Gegenden, wo die Ueberschwemmungen und das Eiß ausserordentliche Verheerungen angestellt haben soll. Auch hat Comorn nach eingelangten Nachrichten nicht wenig gelitten. So eben läßt mir der Commandirenden Feld-Marschall Alvintzy jene Befehle mittheilen, welche ihm durch einen am 2-ten dieses von Wienn abgegangenen Courier in Hinsicht der Stellung der 20.000 Recrouten zugekommen sind. Ich halte es dahero für meine Pflicht, da ich nicht weiß, ob meine in dieser Hinsicht an Euer Majestät abgesendete Vorstellung vom 31-ten Jänner Ihnen wird wegen denen Ausgüssen zugekommen seyn, einen Courier von hier mit der Abschrift derselben abzusenden und mir fernere allerhöchste Befehle zu erbitten, ohne denen ich um so weniger fortschreiten kann, als der Abgang der priora auf die sich berufen, wird mich sowohl, als den Feldmarschall