Domanovszky Sándor: József nádor iratai II. 1805-1807. (Budapest, 1929)

1807

Es wäre dahero in der an die hung[arischen] Landesstände zu erlassenden Antwort bestimmt zu erklärren, daß diese Fälle aus­genommen, sonst die Früchten-Ausfuhr aus Hungarn nie gesperrt werden, sondern stäts frey bleiben solle, und daß E[uer] Mfajestat] in dem ersteren Falle, bevor sie das Ausfuhrsverboth erliessen, ihre hangarische Stellen vernehmen würden. Letztere Vorsicht ist'um so nothwendiger, als die Ausfuhr der Früchten aus Hungarn ohnehin mit so vielen natürlichen] Beschwerden zu kämpfen hat, die Laage und Kräfte der ver­schiedenen Theile des Landes so ungleich sind, daß man, wenn dabey Verbothe nicht mit Sachkenntniß gefällt würden, besorgen müßte, daß dieser Handlungszweig ins Stocken gerathen, die innländische Industrie gehemmet würde. Ueberhaupt kann ich nicht umhin, mich auf jene Bemerkun­gen, welche die könig. hung. Statthaiterey in Betreff des Körner­handels weitläufiger macht, auch ferners noch zu berufen. 5°. Freyer Austrieb des Viehes. Die Bemerkung der Hofkammer, daß die Quantitaet des Hornviehes in Hungam mer kl [ich] abgenommen und der Preiß •desselben dergestalt gestiegen, daß man eines Theils einen Mangel an dem zum Unterhalte des Lebens so nöthigen Fleisch-Bedarfe befürchten müsse, anderenteils aber Hungarn über nicht hinläng­liche] Viehpreise nicht klagen, mithin einen freyen Austrieb dieser Viehgattung nicht begehren könne, ist allerdings gegründet, und wäre es besonders im jetzigem Augenblicke, wo mächtige Heere Pohlen besetzen und daselbst das Fleisch-Consumo mehren, wo die Besitznehmung der Moldau und Wallaehey durch die Russen die Einfuhr des Hornviehes in die Erblande hemmet, nicht räthl[ich] auf einen freyen Austrieb des Hornviehes aus Hungarn einzurathen, da man, wenn selber einen größeren Erfolg hätte, Mangel an diesem ersten Lebensbedürfniße, oder wenigstens Theuerung des­selben befürchten müßte; allein wenn es jemals nothwendig war, daß die Staatsverwaltung ihre Augen auf den so wichtigen Gegen­stand der Viehzucht wende, so ist es jetzt am meisten, wo die Zucht des Hornviehes so wesentlich] abnimmt, daß man mit Grunde besorgen muß, daß wenn die äusseren Umstände noch femer so anhalten, davon baldigst ein Mangel entstehen müsse, jene des Schaffviehes aber annoch zu seiner Vervollkommnung einer wesent­lichen Unterstützung bedarf. Es ist nicht dem Zwecke gegenwär­tiger Schrift angemessen die Ursache des Verfalls ersterer Art Viehzucht zu untersuchen, die Mittel selber aufzuhelfen in Antrag zu bringen, da dieses zu weit und von dem Zwecke abführen würde, •es sey also hierinfalls genug E[uer] M[ajestät] auf diesen so wichti­gen Gegenstand aufmerksam zu machen und zu bemerken, daß es, um die Erblande vor Mangel an Fleisch zu schützen, nicht hinsreiche •den freyen Austrieb des Viehes zu sperren, sondern man müste auch Domano vszky Sándor: József nádor iratai. III. 45

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